domestic goddesses: julia… am heimischen herd…

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„In den 50er Jahren, als dieses Buch konzipiert wurde, und bis in die 80er Jahre hinein, haben wir ganz einfach alles gegessen, was wir mochten, ohne auf die Menge an guter Butter und Sahne zu achten. Sie werden diesen Luxus auch hier finden, speziell in Saucen, die mit Sahne reduziert werden oder in die von Zeit zu Zeit ein großzügiger Löffel frischer Butter eingerührt wird, um sie geschmeidig, glänzend und opulent zu machen. Ich habe die Original-Zutaten und -Verfahren nicht geändert, denn so wurden die Gerichte ursprünglich erdacht. Aber nutzen Sie einfach ihre eigene Erfahrung und Vorliebe dazu, wie reichhaltig Sie ein Gericht auf den Tisch bringen möchten, denn die Menge hat wenig Einfluss auf das Rezept. Ich persönlich bin beispielsweise bekannt dafür, dass ich einen großzügigen Esslöffel gern durch einen moderaten Teelöffel ersetze.
Abschließend denke ich, dass der Weg zu einem erfüllten und gesunden Leben darin besteht, einfach den vernünftigen Ansatz „kleine Portionen, keinen Nachschlag, keine Naschereien, und ein bisschen was von allem“ zu nutzen. Darüber hinaus – macht euch einfach eine schöne Zeit!

Dies ist ein Buch für die amerikanische Köchin ohne Personal, die ab und zu, ohne sich um ein Budget, den Taillenumfang, Zeitplänen, hungrige Kinder, das Eltern-ChauffeurDilemma kümmern zu müssen – oder was sonst stören könnte -, Spaß daran hat, etwas Schönes zu kochen. Es ist für die geschrieben worden, die es lieben zu kochen; daher sind die Rezepte so detailliert, wie wir dachten, dass es notwendig sein muss, so dass der Leser genau weiß, was er braucht und wie er vorgehen soll. Das macht die Darstellung der Rezepte etwa länger. Es werden keine außergewöhnlichen Zutaten gefordert. Eigentlich könnte das Buch auch heißen „Französisch Kochen mit Zutaten aus dem amerikanischen Supermarket“.  Denn die hervorragende fanzösische Küche – wie gutes Kochen allgemein – basiert eher auf den Zubereitungsarten als sonst irgendetwas. Und diese Zubereitungsarten können immer zum Einsatz kommen, sobald gute Zutaten vorhanden sind.”

Julia Child in „Mastering the Art of French Cooking“, Vol. 1
(eigene Übersetzung)

 

Wie schon angekündigt, geht es wieder um domestic goddesses.
Heute möchte ich gern über Julia Child & ihre grundlegenden Kochbücher sprechen*:

 

 

(Leider nur in englischer Sprache verfügbar!)

 

Ich bin erst kürzlich in den Besitz dieser Folianten gekommen – vor etwas mehr als 2 Jahren – und war sofort begeistert, nachdem ich einige Kapitel gelesen hatte.

(Ich will jetzt auch nicht verschweigen, dass mich der Spielfilm über Julia Child & ihr Leben, das mit Meryl Streep & Amy Adams verfilmt wurde, beeindruckt & amüsiert hat: es ist eine wirklich gute Filmkomödie! … & ich denke, dass der Film auch seinen Anteil daran hat, dass ich nach den Büchern Ausschau hielt…)

 

 

Fangen wir doch erst einmal mit ein paar Fakten an:

Julia Child (*1912 † 2004) war keine professionelle Köchin, obwohl sie an ein paar Kochkursen an der  Cordon Bleu-Schule in Paris teilgenommen hat, nachdem sie als Ehefrau eines Diplomaten 1949 in Paris gestrandet war. Während des nächsten Jahrzehnts hat sie sehr hart und intensiv daran gearbeitet, Rezepte der französischen Küche zu testen & für die durchschnittliche, amerikanische Hausfrau aufzubereiten.

Sie schaffte es schließlich – zusammen mit Louisette Berthold & Simone Beck – ihr erstes Kochbuch zusammenszustellen:

  • Band 1: ca. 740 Seiten (schließlich 1961 veröffentlicht).

Der Band enthält:

  • Grundlegende Kapitel zu „Küchengeräten“, einige „Definitionen“, zu „Zutaten“, zu „Maßeinheiten“, zu „Temperatur“, zu „Schneiden/Zerkleinern“ & zu „Wein”dann folgen:
  • Suppen
  • Saucen
  • Eier
  • Vorspeisen & Mittagessen
  • Fisch
  • Geflügel
  • Fleisch
  • Gemüse
  • Kaltes Buffet
  • Nachspeisen & Kuchen.

Der 2. Band – diesmal nur zusammen mit Simone Beck – folgte schließlich:

  • Band 2: ca. 630 Seiten (veröffentlicht im Jahre 1970).

Der 2. Band ist eine Fortführung des 1. Bands. Anlässlich der Veröffentlichung von Band 2 gab es einige kleinere Aktualisierungen in Band 1 (…fragt mich nicht nach Details!).

Insgesamt werdet in diesem Gesamtwerk 781 Rezepte finden (sagt der Verlag – ich habe nicht nachgezählt!).

Aber… ihr werdet kein einziges Photo finden! Wir sind etwa 60 Jahre in der Zeit zurückgegangen & damals war es noch nicht üblich, ein Kochbuch mit Photos, die einem den Mund wässrig machen, anzureichern. Stattdessen findet ihr einige Zeichnungen, vor allem von Küchengeräten, Arbeitstechniken… Also wurden fast 1400 Seiten mit Text gefüllt!

Mein Eindruck der Kochbücher insgesamt ist, dass die Rezepte ansprechend mit einem einfachen Ansatz sind (“No out-of-the-ordinary ingredients“ (keine außergewöhnlichen Zutaten), dass sie vollständig & ausführlich dargestellt sind (“as detailed … so the reader will know exactly what is involved and how to go about it“  (so detailliert… dass der Leser genau wissen wird, was dazu gehört und wie er damit umgehen soll): also bereit zum Nachkochen (s. a. Zitat zu Beginn).

Da gibt es bei mir ein übergreifendes Gefühl mit den Rezepten zu Haus zu sein: sie sind für die bestimmt, die in einer gewöhnlichen Küche werkeln – vielleicht fühle ich das umso stärker, da ich mich Jahre früher nach meiner 1. Begegnung mit der französischen Küche danach recht einsam & alleingelassen gefühlt habe.

 

Fürs Protokoll:
Ich habe die Werke von  Monsieur Bocuse & Monsieur Lenôtre gelesen, die sich nicht wirklich für die private Küche zu Hause in einem 2-Personen Haushalt zu eignen scheinen. Vielleicht ist das auch der tiefere Grund, warum ich von „chef gods“ & ihren Werken bis heute nicht so begeistert bin…

 

Ich lese wirklich gern in Julias Büchern, aber ich koche nur selten etwas exakt nach dem geschriebenen Rezept. Meistens versuche ich zu vereinfachen – hier & da ein wenig – zum Wohl aller full-time arbeitenden Menschen, die zu Hause auch mal etwas kochen wollen. Aber manchmal bleibe ich auch beim Original, z. B. habe ich mich an „Boeuf Bourguignon“ versucht – natürlich.
…es war einfach nur lecker!

 

Mein Resümée:
Genießt es, einfach entspannt in den Kochbüchern zu lesen, habt Spaß dabei, ein paar Rezepte zu Hause nachzukommen & schlagt immer dann bei Julia nach, wann immer ihr detaillierte Informationen für irgendetwas braucht.

..und zum Schluß noch einmal der Spielfilm* mit der göttlichen Meryl Streep:

 

 

Vergesst die anderen domestic goddesses nicht (demnächst auf diesem Blog!):

 

 

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