domestic goddesses: delia …am heimischen herd…

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„Insofern spiegelt mein Kochbuch meine persönliche Sicht auf Ernährung wider. Ich hoffe auch, dass es die sich ändernden Randbedingungen des heutigen Kochens widerspiegelt – unsere schwindenden Ressourcen und ihre Verknappung in der Welt, die wiederum die Preise schwindelerregend in die Höhe getrieben haben. Die wirklich opulente Ära der Ernährung geht langsam zu Ende; und es ist bereits eine allseits akzeptierte Tatsache, dass die Auswirkungen des Wohlstands in der westlichen Welt genauso stark für die Ausbreitung von Herzerkrankungen verantwortlich sind wie alles andere und dass unsere Art der Ernährung einen entscheidenden Beitrag dazu liefert. In Anbetracht all dessen scheint es mir sinnvoll, wieder gut zu kochen und zu versuchen, einen Plan für gemäßigtes Essen insgesamt zu entwerfen (anstatt drastische Änderungen in der Ernährung über Nacht vorzunehmen, nur wegen der neuesten Modediät). Wir alle essen viel mehr, als wir brauchen, und das ist die eigentliche Ursache. Manchmal wurde mir vorgeworfen, in meinen Rezepten zu viel Sahne, Butter oder Olivenöl zu verwenden, aber Kochrezepte werden nur von wenigen tatsächlich jeden Tag exakt nachgekocht.

Delia Smith in „Delia Smith’s Complete Cookery Course”
(eigene Übersetzung!)

 

Wie schon angekündigt, geht es wieder einmal um Domestic Goddesses.
Heute möchte ich über Delia Smith & ihr Kochbuch (in der Omnibus-Ausgabe)* sprechen, was leider nur in Englisch verfügbar ist:

 

 

Ich bin – dieses Mal – nicht irgendwann in den 90er Jahren eher zufällig auf dieses Werk gestoßen – meine bessere Hälfte hat dieses Kochbuch mitgebracht, als wir zusammengezogen sind. (Es ist die Ausgabe von 1982, gedruckt 1988.)

Ich war schon bald ziemlich begeistert von diesem Buch, weil es ein umfangreicher Band übers Kochen & Backen ist – ein zuverlässiger Ratgeber, wann immer ich eine Frage hatte, wie man… was-auch-immer zubereitet.

 

 

Lasst mich mit einigen Fakten beginnen:

Delia Smith (*1941) ist eine self-made Köchin, Autorin und Moderatorin von TV-Kochshows. Ihre Herangehensweise ist bodenständig, vernünftig, ohne Schnickschnack, ohne außergewöhnliche Zutaten – nichts, was nicht für die heimische Küche geeignet ist.

Sie hatte nach der Schule viele verschiedene Jobs, aber nach und nach entwickelte sich ihr Interesse an Kochen und Kochrezepten, Schreiben und Fotografieren. Schließlich verdiente sie ihr Geld als Kolumnistin über Kochen und Ernährung… & zum Schluss schaffte sie es ins Fernsehen.

Vor dem Hintergrund ihrer beliebten TV-Kochshows schrieb sie 3 Bände übers Kochen & Backen (ab 1978), die 1982 in der Omnibus-Ausgabe zusammengefasst wurden:

  • ca. 710 Seiten (sorry: Ich habe die Rezepte nicht nachgezählt!)
    (Die heutige Ausgabe des Werkes ist etwas kürzer…)

Das Kochbuch gliedert sich folgendermaßen:

  • Grundlagen wie “Umrechnungstabellen” & “Ausrüstung”
  • Eier
  • Brot und Backen mit Hefe
  • Pasteten und Vorspeisen
  • Fonds und Suppen
  • Fisch
  • Fleisch: Braten und Grillen
  • Fleisch: Aufläufe und geschmorte Gerichte
  • Geflügel
  • Innereien
  • Gemüse
  • Reis und andere Getreidesorten
  • Vegetarisches Kochen
  • Hülsenfrüchte
  • Nudeln und Pfannkuchen
  • Kräuter
  • Gewürze und Aromen
  • Soßen
  • Käse
  • Salate und Dressings
  • Grillabende und Picknicks
  • Sahne, Eis und Joghurt
  • Gebäck
  • Kuchen
  • Scones und Kekse
  • Obst und Nachspeisen (Pudding)
  • Einmachen
  • Resteverwertung.

Es gibt fast keine Fotos im Buch – also gibt es viel zu lesen. (Bzgl. ihrer Kochshows: Ich erinnere mich nicht, dass ich jemals eine ihrer Sendungen im deutschen Fernsehen gesehen habe.)

Was gefiel mir an diesem Buch so sehr?
Nun, bei meiner allerersten Begegnung mit einem Kochbuch traf ich auf Dr. Oetkers Schulkochbuch, das ich von meiner Mutter erbte. Es war eine Ausgabe aus den 30er Jahren – gedruckt in altdeutscher Fraktur. Nur ganz wenige Fotos – vielleicht ein Dutzend oder so. Die Rezepte waren kurz, sehr kurz und es gab keine weiteren Hinweise zur Ernährung. Nun, ich mochte dieses Buch nicht – es inspirierte mich nicht, etwas zu kochen oder zu backen. Ich habe es hauptsächlich benutzt, wenn ich mal ein Detail nachschlagen musste, das ich dann aber oft nicht gefunden habe…

…und dann kam Delias Buch: Ich glaube nicht, dass es irgendwelche Fragen zum Kochen und Backen gibt, die nicht grundsätzlich in ihrem Buch behandelt werden. Obwohl es nicht wie die heute modernen Kochbücher mehr Fotos als Text enthält & entsprechend einfach Vorgänge darstellt, ist es doch sehr detailliert und bereitet die Grundlagen ausführlich auf.

 

Fürs Protokoll:
Vor wenigen Wochen fand ich Dr. Oetker’s Schulkochbuch in seiner neuesten Ausgabe, als ich in einer großen Buchhandlung herumstöberte. Heute kauft man einen richtigen Wälzer mit vielen Fotos und vielen Hinweisen. Auf den ersten Seiten fand ich einen kurzen Überblick über die seit etwa 1900 veröffentlichten Kochbücher dieser Serie.
So wurde das Kochbuch – Schritt für Schritt über die Jahrzehnte – also an den heutigen Standard angepasst. Meine alte Version passt zu dem Band, der für die 30er Jahre vorgestellt wurde.

 

…& als ich ein wenig über Delia recherchierte, fand ich eine interessante Information: 1969 veröffentlichten die Rolling Stones ihr Album “Let it bleed“; das Cover zeigt eine prächtige Torte – eine Torte, die Delia speziell für das Albumcover kreiert hat.

 

 

Aber lasst uns über all dem nicht die anderen Domestic Goddesses vergessen:

 

 

 

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