„digital detoxing“ in ibiza: ein versuch!

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Aschermittwoch…  haben wir hinter uns gelassen; wir nähern uns rasant den Osterfeiertagen. Die Fastenzeit hat begonnen… wie jedes Jahr. Und man spricht überall gern vom “modernen” Fasten à la Gewichtsreduzierung, die neuesten Erfolg verspechenden Diäten, Entgiftung – kurz gesagt: es geht darum, fit für den Sommer zu werden.

…& dann ist da noch das Schlagwort „Digital Detoxing”, was lt. Lifestyle-Blogs & -Gurus immer relevanter zu werden scheint, um die berühmte Work-Life-Balance zu schaffen bzw. wiederherzustellen oder auch einfach nur, um abzuschalten und das digitale Leben aufzugeben (i. d. R. für einen begrenzten Zeitraum!). Seit Anfang 2019 habe ich darüber immer mal wieder (mit steigender Tendenz!) in den Social Media-Welten gelesen.

 

 

Letzte Woche waren meine bessere Hälfte & ich auf Ibiza. Wir packten unsere Köfferchen, verrammelten unser Heim & machten uns auf den Weg nach Ibiza in Erwartung von blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein, blauem Meer, weißem Sand, gekühltem Weißwein, Tapas in Hülle und Fülle…

…& ich dachte darüber nach, es eine Woche lang mit „Digital Detoxing“ zu versuchen. Ich hatte in den letzten Wochen ziemlich viel über solche Vorhaben gelesen – also: probier es einfach mal aus!

Dann dachte ich: Was bedeutet das denn eigentlich?

Wenn man ganz einfach & puristisch starten will, dann gilt:

  • keine Social Media
  • keine E-Mail
  • kein Messaging
  • keine Anrufe
  • keine Videos
  • kein Fernsehen
  • kein Streaming

bzw. was das ganze Equipment betrifft:

  • kein Smartphone (bzw. Handy)
  • kein Tablet
  • kein Notebook
  • kein PC
  • kein E-Reader
  • kein TV-Gerät
  • kein Satellitennavigationssystem
  • keine D-SLR

Klingt ziemlich einfach, oder?

Lassen wir doch einfach all diese Spielsachen zu Hause… mehr braucht’s doch nicht, oder?

 

 

In diesem Moment hielt ich inne, überdachte alles noch einmal & kam zu dem Schluss, dass dieser puristische Start ins „Digital Detoxing” für mich nicht funktionieren würde.

Ok: wenn ich vorhätte, mich von Freitag- bis Sonntagnachmittag in ein Wellnessresort in der Nähe zurückzuziehen, konnte ich mir schon vorstellen, alle meine „Spielsachen” einfach abzuschalten & das Haus nur mit einer Tasche voller Wellnessklamotten zu verlassen, voll darauf gepolt, mich den ganzen Tag lang verwöhnen zu lassen. Ich könnte mir sogar vorstellen, auf Bücher und (meine!) Musik zu verzichten…

In diesem Fall aber – eine ganze Woche auf Ibiza – war ich mir nicht so sicher, denn mein Leben und das meiner besseren Hälfte verlassen sich auf eine ganze Reihe digitaler Services. Beginnen wir nur mit dem Online-Check-in & den Bordkarten auf unseren Smartphones, den Büchern auf unseren E-Readern, digitalen Buchungsbestätigungen für Hotel etc., der Online-Tageszeitung auf meinem Tablet, digitale Bestätigungen von Kreditkartenbuchungen etc.

Also beschloss ich, ein paar Regeln für ein „Digital Detoxing“ aus meiner Sicht aufzustellen…

 

 

Ich packte erst einmal mein Smartphone, mein Tablet, meinen E-Reader und meine D-SLR ein. Gut.

Ich habe dann beschlossen:

  • kein Facebook
  • kein Twitter
  • kein Instagram
  • kein Pinterest.

…und außerdem:

  • E-Mails…
    (Meine E-Mails würde ich ab & zu überfliegen (nur die Titel!), um Nachrichten zu meinem Bankkonto, meinen Kreditkarten, unseren gebuchten Flügen… herauszufischen; kurz: alles, was wichtig sein könnte!).
  • Messaging…
    (Ich habe entschieden, alles auf Whatsapp & iMessage zu verfolgen, weil es ausschließlich F&F Accounts sind… & ich noch niemals in Message-Lawinen untergegangen bin!)
  • im Internet herumsurfen…
    (Ich würde alle Blogs ignorieren – vor allem alles, was mit meiner Arbeit als Food-Blogger zu tun hat… & natürlich auch all das Zeug, auf das man normalerweise eher zufällig stößt!)
  • Online-Shopping…
    (Ich habe entschieden, kein Online-Shopping zu machen – auch nicht für E-Books oder Musik oder Streaming-Angebote…).
  • Zeit vor dem TV-Gerät verbringen…
    (Auf Reisen ist für meine bessere Hälfte & mich das Fernsehprogramm nie so interessant – also dachte ich: Lassen wir es einfach ruhen!)

Natürlich hatte ich auch nicht vor, meine beiden Blogs zu bearbeiten & zu bloggen (oder was-auch-immer)!

Werfen wir jetzt mal einen Blick auf die andere Seite der Medaille…

 

 

Was habe ich via digitaler Services wirklich gemacht?

  • meine Online-Tageszeitung auf meinem Tablet gelesen
  • Büchern auf meinem E-Reader gelesen
  • viele Fotos mit meiner D-SLR & meinem Smartphone gemacht
  • minimale, aber wichtige Aktionen wie der Online-Check-in für unseren Rückflug etc.
  • mich auf Ibiza mit dem Navi meines Smartphones orientiert.

Gibt es Alternativen?

Ok: Ich könnte ohne meine Tageszeitung leben, aber ich hatte auch mal viel Zeit, Artikel in aller Ruhe zu lesen. Natürlich hätte ich einen Stapel Bücher kaufen & alles in einem größeren Koffer verstauen können… Man kann auch Fotos mit einer analogen SLR machen… & man kann mit einer gefalteten Straßenkarte kämpfen…

 

Fürs Protokoll:
Seit einigen Jahren kaufe ich nur noch E-Books (Ausnahme: Kochbücher & Bildbände & Reiseführer). Es ist viel effizienter, denn ich muss zu Hause keinen Platz im Regal schaffen, es wird weder Holz, noch Wasser, noch Energie etc. für die Papierherstellung verschwendet, das Drucken, das Lagern, das Transportieren… alles entfällt! Auf meinem E-Reader habe ich immer etwa ein Dutzend neuer Bücher zur Auswahl gespeichert. (Manchmal kaufe ich mir sogar eine E-Book-Kopie von einem meiner Lieblingsromane… die vorhandenen Bücher wandern langsam zu Online-Händlern…)
Ich habe meine SLR vor etwa 10 Jahren gegen eine D-SLR ausgetauscht – und meine SLR & die gesamte dazugehörige Ausrüstung kürzlich erfolgreich bei Ebay verkauft. (Ja: es hat einige Zeit gedauert, bis ich die Trennung von meiner SLR nach etwa 30 Jahren gemeinsamer Reisen & Abenteuer akzeptieren konnte.)
…& ich hasse gefaltete Stadtpläne, die im Wind zerknittern und zerfleddern.

 

 

Es ist wirklich überraschend, wie viel Zeit man zu gewinnen scheint, wenn man die  Social Media-Welten ignoriert. Ich habe diese Zeit vor allem zum Lesen genutzt, vor allem natürlich Krimis: am Morgen vor dem Frühstück im Bett, am Nachmittag bei einem Glas gekühltem Weißwein auf unserem Balkon mit Blick auf die Bucht, am Abend nach dem Abendessen, bevor ich in tiefem Schlaf versank…

Dazwischen liefen meine bessere Hälfte & ich am Strand entlang, wir erkundeten Ibiza-Stadt & stiegen hinauf zur Festung und zur Kathedrale. Wir mieteten uns auch ein Auto für 2 Tage & schauten uns die Insel an – immer tatkräftig unterstützt von Café solo & Tapas.

 

Welche Romane habe ich gelesen?

  • Ich begann mit Commissaire Albin Leclerc (im Ruhestand), der einen Serienmörder in Südfrankreich, in der Provence, jagt. Es ist der 1. Teil einer Serie, eine dieser beliebten Serien, die von einem deutschen Autor mit französischem Pseudonym geschrieben werden. Ich begann den Roman im Flugzeug & naja… ich begann zu entspannen & vom süßen Leben am Mittelmeer zu träumen!
    (Sorry – keine englische Übersetzung!)
  • Dolores Redondos Inspectora Amaia Salazar ihrerseits versucht, das Geheimnis eines Serienmörders in Nordspanien zu lösen. Es ist ein bemerkenswerter Roman, in dem die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben der Ermittlerin verwischen. Es ist der 1. Teil einer Trilogie – und ich bin sicher, dass ich die nächsten beiden Romane auch lesen werde.
    (Eine englische Version ist verfügbar!)
  • Zum Schluss noch ein paar Gedanken zu Bali von einer Expat, die seit etwa 2000 dort lebt. (Ja: meine bessere Hälfte & ich planen im Herbst eine Reise nach Bali…) Das Buch basiert auf einer regelmäßigen Kolumne in einer von Balis Zeitungen. Die Kapitel sind pointiert geschrieben & es ist amüsant zu lesen, obwohl ich den Eindruck hatte, dass nach etwa der Hälfte keine neuen Informationen mehr auf mich warteten.
    (Sorry – keine deutsche Übersetzung!)

 

  • Vor fast 70 Jahren versucht Rosa Ribas’ Ana Martí, eine junge Journalistin aus Barcelona, eine renommierte Kriminalreporterin zu werden. Der Roman ist eine Reise in die Vergangenheit. Er ist schon allein wegen der damals bedrückenden sozialen und politischen Situation interessant, in der es schwierig war, zu agieren ohne politisch anzuecken. Natürlich ist es der 1. Teil einer Serie…
    (Sorry – bisher keine englische Version!)
  • Elisenda Domènech, Leiterin der Abteilung für Schwerkriminalität in Girona (Katalonien), muss in einem Netz von Intrigen der Polizei, ihrer Kollegen und Richtern für ihr Team kämpfen und vor allem auch noch einen brutalen Mörder enttarnen. Es ist natürlich auch eine Serie. (Ihr habt vielleicht schon bemerkt, dass ich mich aktuell auf spanische Krimis konzentriert habe.)
    (Sorry, keine deutsche Übersetzung!)
  • Den letzten Roman begann ich erst auf dem Heimweg. Es ist kein Kochbuch, sondern ein Roman über Frauen, die backen & Karriere machen wollen…
    (Eine deutsche Version ist verfügbar!)

 

 

Am Ende war ich glücklich & zufrieden mit unserer Reise nach Ibiza & meinem Versuch des „Digital Detoxing”. Ich habe die Social Media-Welten nicht vermisst, obwohl ich es natürlich genossen habe, all meine Lieblingsblogs zu aufzusuchen, als ich wieder zu Hause war.

…& ich denke, dass ein hartes „Weg von allen digitalen Diensten & Social Media“ heute nicht mehr machbar und auch nicht zielführend ist. Natürlich scheint es möglich zu sein, ohne “dies alles“ auszukommen – absolut theoretisch gesprochen – aber wir sollten ehrlich sein: Digitale Dienstleistungen & Social Media sind Teil unseres täglichen Lebens geworden & sie helfen uns, vereinfachen unser Dasein & unterstützen uns „überall“.

 

 

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