über kürbis & speziell gebackenen kürbis

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Kürbissaison ist, wenn Halloween naht?
NEIN: Kürbis gibt es das ganze Jahr hindurch!

 

 
Viele Jahre hindurch hatte ich zu Kürbis kein Verhältnis. Ich erinnere mich noch heute an den “süß-sauer eingelegten Kürbis” aus meiner Kindheit, den ich nicht mochte. Also habe ich niemals darüber nachgedacht, was man mit Kürbis machen könnte, wenn ich z. B. ein Abendessen plante… bis ich vor wenigen Jahren in einem Magazin über einen Kürbisauflauf für einen Brunch mit 10-12 Personen las. Es war eine Mischung von Kürbis mit Zwiebeln & Schinkenspeck, Tomaten & grünen/roten Paprikaschoten – alles vermengt mit Sahne & Eiern & Ziegenkäse… Die Photos des Auflauf ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen & machten mich neugierig auf Kürbis als Gemüse.

Für’s Protokoll:
Natürlich habe ich – erfolgreich! – den Kürbisauflauf ausprobiert & stieß sofort auf einige interessante Fakten wie “Ein Kürbis ist groß!” & “Ein Kürbis ist sehr, sehr hart!”, was zu den nervigen Frage “Wird der Kürbis wirklich weich beim Kochen?” führte.

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Wo soll ich anfangen? Ich gebe hier gleich mal zu, dass ich niemals auch nur versucht habe, einen der richtig großen, klassisch orangefarbenen Halloween-Kürbisse zu meistern, die anschließend als Laterne auf der Veranda stehen (ihr erinnert euch sicher an Photos von Marktständen in den USA um Halloween herum oder an Halloween-Dekorationen an & in Häusern!?), weil ich dachte, dass die Menge verwertbaren Fruchtfleisches eines solchen Monsters etwas zu viel für mich, meine bessere Hälfte & ein paar Freunde bei einem Brunch oder Abendessen sein könnte.

Nach eingehendem Studium von Publikationen über Essen, Trinken… fand ich mich in einer Welt verschiedenster Kürbissorten wieder & hatte gelernt, dass einige Kürbisse – speziell die “kleinen” – nur Dekoration bestimmt sind, da sie ungenießbar/giftig sind, während die “größeren” eher zum Kochen (& Backen) genutzt werden. (Ehrlich: die meisten Sorten habe ich noch nie zu Gesicht bekommen!)

Als ich im Supermarkt meines Vertrauens auf die Suche nach Kürbis ging, stellte ich fest, dass die Realität vor allem Halloween-, Butternut-, Hokkaido- & Bischofsmütze-Kürbisse liefert – neben diesen kleinen Körbchen mit exotischen Kreationen für Demo-Zwecke. Halloween- & Bischofsmütze-Kürbisse scheinen auf die Halloween-Saison beschränkt zu sein, der Hokkaido-Kürbis wird jedoch das ganze Jahr hindurch angeboten.

Da ich schon beschlossen hatte, dass der klassische Halloween-Kürbis für mich & meine Vorhaben zu groß ist & ich gelesen hatte, dass die “Bischofsmütze” aufgrund ihrer Form schwierig zu bearbeiten ist & außerdem geschmacklich nicht soviel bietet (ich hab’s allerdings nicht probiert!), konzentrierte ich mich auf Butternut & Hokkaido:

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Beide wiegen so etwa 1.000 – 2.000 gr & für beide braucht man ordentlich Muskeln & ein schweres, scharfen Messer, wenn es ums Halbieren & Vierteln geht – man hat wirklich den Eindruck, dass es niemals ohne mehrere Stunden langes Kochen/Backen gehen wird – so lange man noch keine Erfahrung mit Kürbis gemacht hat.

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Das Herauskratzen der Kerne & Fasern (der nächste Schritt) ist demgegenüber recht einfach – man braucht nur einen Löffel. Insgesamt braucht man kaum mehr als 10 min, um einen “kochfertigen” Kürbis zu erhalten. Abhängig von der Auswahl des Kürbis:

  • Butternut
    Hier müsst ihr jetzt entscheiden:
    Entweder legt ihr die Butternut-Hälften in den Backofen & röstet sie bei ca. 150° C Umluft für ca. 30 min, so dass ihr das Kürbisfleisch anschließend mit einem Löffel aus der harten Schale lösen & zu Püree verarbeiten könnt,
    oder ihr schält den Butternut – glaubt mir: es ist nicht so einfach! -, würfelt ihn & kocht/backt ihn.
  • Hokkaido
    Der Hokkaido wird in Würfel oder Scheiben geschnitten & gekocht/gebacken.
    (Schälen nicht notwendig!)

Nun könnt ihr raten, welchen Kürbis ich bevorzuge…

…natürlich den Hokkaido!

Für’s Protokoll:
Ja – ich habe mit Butternut gearbeitet: er schmeckt genauso gut wie Hokkaido. Ich würde in jedem Fall für Butternut den “Backofen-Ansatz” empfehlen, obwohl dies die weitere Verwendung auf Butternut-Püree reduziert.

Mein heutiges Rezept ist gebackener Kürbis, der sich als herzhafte Beilage für “Fleisch mit Sauce”-Gerichte empfiehlt (s. a. Roastbeef). Ich nutze heute nur einen halben Hokkaido (ca. 700 gr – noch nicht “geputzt”). Hinzu kommt ein grüner, recht saurer Apfel, ein paar Frühlingszwiebeln, etwas Schinkenspeck & geriebener Käse.

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Nimm am besten eine Auflaufform (ca. 33 cm x 17,5 cm / 1.900 ml), die später direkt auf den Tisch gestellt werden kann. Mische darin Olivenöl, Balsamico, kleingeschnittene Frühlingszwiebeln & Schinkenspeck mit Salz & Pfeffer. Danach kommen der gewürfelte Hokkaido & der gewürfelte Apfel hinzu.

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Ein wenig vom geriebenen Käse hinzugeben & alles gründlich durchmischen. Der restliche Käse wird über die Gemüsemischung gestreut.

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… und dann ab in den Backofen für 30-40 min – was dann so aussieht:

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Hier ist das Rezept:

über kürbis & speziell gebackenen kürbis

Prep Time: 30 minutes

Cook Time: 40 minutes

Servings: 4-6

über kürbis & speziell gebackenen kürbis

Ein einfaches Kürbisgericht in verschiedenen Geschmacksvarianten als Beilage zum Abendessen - das ganze Jahr über!

Ingredients

  • 1/2 Hokkaido (ca. 600 - 700 gr mit Kernen & Fasern)
  • 4-6 Frühlingszwiebeln
  • 1-2 Knoblauchzehen - optional
  • Chilipulver oder 1 frisch gehackte Chilischote - optional
  • 40 gr Schinkenspeck
  • 1 grüner, säuerlicher Apfel
  • 40 gr geriebener Käse (für die Kürbismischung)
  • 60 gr geriebener Käse (für Käsekruste) - optional
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 2 Esslöffel Balsamico
  • 1 Esslöffel gemischte mediterrane Kräuter (getrocknet) - optional
  • oder
  • 2-3 Esslöffel kleingehackte frische Kräuter - optional
  • Salt & Pfeffer
  • Küchengeräte:
  • Auflaufform (ofenfest) 33 cm x 17,5 cm mit 1.900 ml Fassungsvermögen

How to...

  1. Den Hokkaido waschen & halbieren - nur eine Hälfte weiterverarbeiten.
  2. Kerne & Fasern herauskratzen.
  3. Den Hokkaido in kleine Würfel schneiden & beiseite stellen.
  4. Den Apfel schälen, das Gehäuse entfernen, in kleine Würfel schneiden & beiseite stellen.
  5. Frühlingszwiebeln & Schinkenspeck kleinschneiden.
  6. Knoblauchzehen (optional) & Chileschote (optimal) kleinschneiden.
  7. Olivenöl, Balsamico, Frühlingszwiebeln & Schinkenspeck in die Auflaufform geben & vermengen. Salzen & pfeffern.
  8. Knoblauch (optional) & Chilepulver oder Chileschote (optional) hinzufügen.
  9. Frische oder getrocknete Kräuter hinzufügen (optional).
  10. Kürbis- & Apfelstücke hinzugeben & gründlich vermengen.
  11. 40 gr geriebener Käse untermischen.
  12. Den restlichen geriebenen Käse über die Kürbismischung streuen (optional).
  13. Die Auflaufform im Backofen bei 160 Grad C (Umluft) für 40 min backen.

Notes

Wenn die Menge (ca. 4-6 Portionen) nicht ausreicht oder der ganze Hokkaido verarbeitet werden soll, können die weiteren Zutaten mengenmäßig einfach angepasst werden; eine entsprechend größere Auflaufform nutzen! Die Kochzeit ändert sich nicht.

ihr könnt das Kürbisgericht mit zusätzlich mit Knoblauch und/oder Chili würzen - wenn ihr mögt.

Ihr könnt auch mediterrane Kräuter (wie Oregano, Thymian, Basilikum, Rosmarin...) hinzufügen - jede Kombination ist möglich.

Als geriebenen Käse empfehle ich Gouda oder Cheddar. Ich habe gebackenen Kürbis schon mit beiden Käsesorten zubereitet: es funktioniert. Ihr solltet daran denken, dass Gouda immer ein wenig "stabiler" ist als Cheddar, der mit dem Gemüse eher Verschmilzt. Ich kaufe geriebenen Käse meist an der Käsetheke im Supermarkt meines Vertrauens - wenn verfügbar & wenn ich sicher bin, dass Original-Käsesorten verarbeitet wurden. Sonst kaufe ich ein Stück Käse & reibe selbst - dann verlängert sich die Vorbereitungszeit um ca. 10 min.

Wer keine Käsekruste "on Top" möchte, kann einfach darauf verzichten. Ich empfehle allerdings, ein wenig geriebene Käse unter das Gemüse zu mischen, um die Mischung "weicher" zu machen.

Backzeit 40 min: Ohne Vorheizen führt das zu bissfesten Kürbisstücken. Mit Vorheizen braucht man nur ca. 30 min. Wer den Kürbis "richtig weich" möchte, sollte noch 10-15 min im Backofen dazugeben.

http://thebusinesswomanskitchen.de/ueber-kuerbis-speziell-gebackenen-kuerbis/

 

Ich glaube, ihr habe verstanden, worum es geht, wenn ihr das Rezept mit dem Beispiel in den Photos vergleicht: gebackener Kürbis ist eine Beilage, die beliebig “gewürzt” werden kann – nach eurem Geschmack oder passend zum gesamten Essen. Seitdem ich Kürbis als Gemüse entdeckt habe, habe ich verschiedene Varianten von gebackenem Kürbis zubereitet, abhängig davon, ob unsere Gäste z. B. Knoblauch und/oder Chili mögen oder nicht, das Essen eher mediterran ausgerichtet war… mit Käse/ohne Käse… Das Rezept berücksichtigt alle Varianten, die ich ausprobiert habe – und mir haben auch alle geschmeckt! Also: habt Mut, verschiedene “Würzrichtungen” einmal auszuprobieren – es kann nichts schiefgehen!

Was gibt es sonst noch? Ich möchte auch noch festhalten, dass ich letztes Jahr  – inspiriert von vielen Rezepten in Food Blogs – mit Kürbispüree zum Backen & in Saucen experimentiert habe: leider hat das alles nicht so funktioniert, wie ich gehofft hatte – ich werde es weiter probieren!

Eine andere Sache: in vielen Kürbisrezepten ist immer die Rede von “Kürbispüree”. Als ich mich im Supermarkt meines Vertrauens danach auf die Suche machte, konnte ich Konserven/Gläser mit Kürbispüree nicht finden, obwohl dies in anderen Gegenden dieser Welt wohl gang & gäbe ist. Als ich herumexperimentierte, habe ich daher immer Kürbispüree direkt hergestellt, was etwas zeitaufwändig ist… schließlich aber las ich im Food Blog IHerzFood, dass es Kürbispüree als Babynahrung gibt (kleine Gläser (125 gr) gefüllt mir Bio-Kürbispüree & sonst nichts (kein Salz, kein Zucker, keine anderen Zutaten)). Ich habe mir einen kleinen Vorrat besorgt & werde bald wieder starten – ein Vorteil ist auch die Größe der Gläser (besser: ihre “Kleinheit”).

Allgemein:

  • Wenn nur ein halber Hokkaido gebraucht wird, kann die 2. Hälfte für 2-3 Wochen im Kühlschrank ruhen (das war die längste Aufbewahrungszeit, an die ich mich erinnere!). Ich weiß nicht genau, wie lange ein Hokkaido haltbar ist; Quellen sprechen von 1 Jahr.
  • Die Auflaufform mit gebackenem Kürbis kann schon am Vortag gefüllt werden: das Olivenöl & der Balsamico schützen die Zutaten – im Kühlschrank aufbewahren.
  • Wenn das Abendessen vorberietet wird, kann die Auflaufform mit der Kürbismischung einfach in den Backofen gestellt werden – zusammen mit dem Fleisch & anderem Gemüse. Der Hokkaido braucht 30-40 min, d. h. die Auflaufform sollte ca. 30-40 min vor Ende der Garzeit des Bratens in den Backofen gestellt werden.
  • Reste? Kein Problem: gebackener Hokkaido kann eingefroren & wieder aufgetaut werden – ohne Qualitätsverlust. (Vorsicht bei einer dickeren Käsekruste: diese Schicht könnte hart werden, so dass ein Vermengen mit dem Gemüse vor dem Einfrieren sinnvoll ist.)

 

Die Businesswoman mit zu vielen Arbeitsstunden denkt sich

Ich habe verstanden, dass Hokkaido – immer verfügbar – die 1. Wahl für gebackenen Kürbis darstellt, den ich wiederum in kurzer Zeit & mit wenig Aufwand zubereiten kann – und ich kann leicht Geschmacksvarianten schaffen. Ich glaube, ich kann mich an diese Beilage gewöhnen, ist ja auch immer noch ein wenig “exotisch”! Perfekt für ein Abendessen mit mehreren Gängen!

 

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