süßkartoffelpüree – auf der erde wie im himmel

Print Friendly, PDF & Email

IMG_3874

 

Das klassisch deutsche “Himmel un Ääd” (Himmel & Erde) in einer neuen Variante mit Süßkartoffelpüree!

 
Fürs Protokoll:
“Himmel un Ääd” (Himmel & Erde) ist ein traditionelles deutsches Gericht mit Kartoffeln (“Erde”) & Äpfeln (“Himmel”), das mit gebratener Blutwurst serviert wird. Blutwurst wiederum ist eine traditionelle deutsche Wurstsorte (ihr seht: sehr viel Tradition!), die es in vielen regionalen Varianten gibt; in diesem Fall ist eine kräftig gewürzte Sorte zu empfehlen. “Himmel un Ääd” sagen wir im Rheinland, aber eigentlich ist das Gericht in ganz Deutschland als “Himmel und Erde” bekannt.

Ich denke, es ist an der Zeit, endlich einmal mit der Tradition zu brechen: wir ersetzen jetzt “normale Speisekartoffeln” durch Süßkartoffeln!

IMG_3804

Das Gericht, das wir zubereiten, reicht für 2 (oder auch 3) Personen – abhängig von ihrem Appetit (oder Hunger) & Randbedingungen wie “Oh, ich mache gerade eine Abmagerungskur!”. Ich finde es immer schwierig, genau festzulegen, wie “klein” oder “groß” eine Portion sein soll bzw. muss, denn es hängt immer von einem selbst, von der besseren Hälfte & den Gästen ab…

In meinem 101 habe ich schon darauf hingewiesen, dass es problematisch für mich ist, die genauen Zeiten für Vorbereitung, Kochen & Backen etc. eines Gerichts anzugeben, denn in der Realität ist man halt nicht in einem professionellen Kochstudio. Ich meine: in meiner Küche mache ich “Multitasking” – nicht wirklich etwas Neues: ich bin eine Frau! – und das heißt, dass ich parallel an mehreren Gängen z. B. für einen Brunch arbeite, so dass die Vorbereitungszeiten, die Koch- & Backzeiten immer in einander übergehen…

Ähnlich ist es bei Mengenangaben für Portionen:

  • Wieviel ich koche, hängt immer davon ab, welche Freunde kommen.
    (Also: wieviel isst jeder einzelne normalerweise…)
  • Wieviel ich koche hängt auch davon ab, wie das “Fest” insgesamt geplant ist.
    (Also: wieviele Gänge sind vorgesehen…)

Daher versuche ich immer zu schätzen, wieviel ich zubereiten muss, wenn alle Gäste “fast nichts” essen oder alle “richtig viel” essen: ich arbeite recht hart daran, jedes Mal ein gutes Mittelmaß zu finden! (Dies aber jetzt bitte nicht damit verwechseln, wie sich Gourmets von Gourmands unterscheiden!)

…und es gibt da noch etwas (s. a. meine Regeln – speziell #8 & #52):

  • Ich versuche immer, keine “Reste” wie halbe Packungen Schinkenspeck, ein paar Esslöffel Schlagsahne, fast leere Flaschen mit Zitronensaft etc. zu hinterlassen.
  • Andererseits: Wenn alles verarbeitet wurde & es dann “Reste” vom fertigen Gericht gibt, die schnell aufgewärmt werden können, ist das kein Problem, denn dann spare ich am nächsten/übernächsten Tag Zeit & Arbeitskraft…
    (Also ist es für mich akzeptabel, immer ein bißchen mehr zu produzieren als notwendig!)

…ich habe mich jetzt ein wenig in dieser Diskussion verloren! Kommen wir zurück zum Süßkartoffelpüree…

Die Zutaten sind überschaubar:

  • Süßkartoffeln & Milch
  • eine Apfel & Frühlingszwiebeln & Schinkenspeck
  • eine Gemüsezwiebel
  • Blutwurst.

IMG_3781

Ich fange mit den Süßkartoffeln an – normalerweise echt große Knollen mit einer eher dünnen Haut, die leicht zu schälen ist. Wir können die Süßkartoffeln in recht große Stücke teilen, die in Salzwasser gekocht werden.

IMG_3788

IMG_3798

IMG_3802

 

 

 

 

Während die Süßkartoffeln vor sich hin kochen, bereiten wir eine Mischung aus gewürfelten Apfelstückchen & fein geschnittener Frühlingszwiebel & Schinkenspeck zu, die in Olivenöl angebraten wird:

  • Salz & Pfeffer nicht vergessen!
  • Nicht zu lange braten: die Frühlingszwiebeln sollen zwar weich sein, aber der Apfel muss knackig bleiben.

IMG_3810

IMG_3816

IMG_3823

 

 

 

 

 

Die Süßkartoffeln sind sehr schnell weich, so dass sie zerstampft & püriert (mit der heißen Milch!) werden können. Zum Schluss kommt die Apfel-Frühlingszwiebel- Schinkenspeck-Mischung dazu: alles wird gut verrührt. Das Süßkartoffelpüree ist nun schon tischfertig, aber wir müssen uns noch um den Rest kümmern – also das Püree erst einmal zur Seite stellen & warmhalten.

IMG_3828

IMG_3830

IMG_3834

 

 

 

 

 

Die Blutwurst wird von ihrer Pelle (natürlicher Darm) befreit & in ca. 1 cm breite Stücke geschnitten. Gleichzeitig wird die Gemüsezwiebel in ganz, ganz dünne Ringe geschnitten.

IMG_3836

IMG_3842

IMG_3819

 

 

 

 

 

Wir fangen damit an, die Zwiebelringe in Olivenöl mit Salz & Pfeffer anzubraten. Wenn sie fast weich sind, kommt die Blutwurst dazu.

Achtung: Die Blutwurst ist sehr weich! Ihr braucht nur 2-3 min pro Seite, um die Blutwurstscheiben zu erwärmen & knusprig werden zu lassen. Wenn die Blutwurst zu lange gebraten wird, zerfällt sie!

Jetzt sind wir am Ziel:

  • eine Schale Süßkartoffelpüree wartet
  • in der Pfanne brutzeln noch die Zwiebelringe & die Blutwurst.

IMG_3862

IMG_3856

 

 

 

 

 

 

 

Nächster Schritt: alles auf einem Teller arrangieren! (Ich habe die herrlich grüne Apfelschale nur zur Deko hinzugefügt – um etwas Farbe ins Bild zu bringen!)

IMG_3864

…und hier ist das Rezept:

 

Süßkartoffelpüree – auf der Erde wie im Himmel

Prep Time: 30 minutes

Cook Time: 25 minutes

Servings: 2-3

Süßkartoffelpüree – auf der Erde wie im Himmel

Das klassisch deutsche "Himmel un Ääd" (Himmel & Erde) in einer neuen Variante mit Süßkartoffelpüree!

Ingredients

  • 500 gr Süßkartoffeln
  • 125 ml Milch
  • 1 grüner (säuerlicher) Apfel (ca. 250 gr)
  • 2-4 Frühlingszwiebeln
  • 20-30 gr Schinkenspeck (ca. 2-3 Scheiben)
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 200 gr Blutwurst (von einer gut gewürzten Sorte)
  • 1 Esslöffel Olivenöl für die Apfel-Frühlingszwiebel-Schinkenspeck-Mischung
  • 2 Esslöffel Olivenöl für die Zwiebelringe
  • Salz & Pfeffer

How to...

  1. Die Süßkartoffeln schälen & in Stücke schneiden.
  2. Die Süßkartoffeln ca. 10 min in Salzwasser kochen.
  3. Den Apfel schälen & in kleine Würfel schneiden; die Frühlingszwiebeln & den Schinkenspeck fein schneiden.
  4. Die Apfelstückchen, die Frühlingszwiebel & den Schinkenspeck in Olivenöl ca. 5 min lang bei großer Hitze anbraten.
  5. Die Milch erhitzen.
  6. Das Wasser der Süßkartoffeln abschütten & diese zerstampfen.
  7. Die heiße Milch stetig hinzugeben & pürieren.
  8. Zum Abschluss mit Salz & Pfeffer würzen.
  9. Anschließend die Apfel-Frühlingszwiebel-Schinkenspeck-Mischung hinzugeben & gut untermengen.
  10. Das Süßkartoffelpüree warmhalten.
  11. Die Gemüsezwiebel in feine Ringe schneiden & in Olivenöl für ca. 5 min anbraten (bis die Zwiebelringe weich werden).
  12. Salz & Pfeffer hinzugeben.
  13. Die Blutwurst in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden & zu den Zwiebelringen in die Pfanne geben.
  14. Die Blutwurstscheiben ca. 2-3 min pro Seite braten (nur einmal wenden!).
  15. Das Süßkartoffelpüree auf einem Teller anrichten, Blutwurst & Zwiebelringe verteilen.
  16. Sofort servieren.

Notes

"Prep Time" & "Cook Time" sind jeweils die Summe für die Vorbereitung bzw. das Kochen/Braten aller Zutaten.

Süßkartoffeln brauchen sehr viel kürzere Garzeiten als Kartoffeln - ca. 50%: daher den Kochtopf im Auge behalten!

Das Süßkartoffelpüree reicht für mind. 3 Portionen; gleiches gilt für die Zwiebelringe.

Entweder nimmt man 2 dicke Frühlingszwiebeln oder 4 dünne.

Ich habe pro Portion 100 gr Blutwurst gerechnet; man kann auch 150 gr oder sogar 200 gr pro Portion braten - wenn man möchte.

Ich habe zwar geschrieben "sofort servieren", aber "Reste" können im Kühlschrank durchaus 2-3 Tage aufbewahrt & in der Mikrowelle erhitzt werden.

Das Süßkartoffelpüree kann auch 1-2 Tage vorher zubereitet werden & zum Brunch/Dinner in der Mikrowelle erhitzt werden.

https://thebusinesswomanskitchen.de/suesskartoffelpueree-auf-der-erde-wie-im-himmel/

 

“Himmel un Ääd” wird leicht abgeändert: wir nehmen Süßkartoffeln anstelle von “normalen” Kartoffeln, wir mischen Apfelstückchen unter das Süßkartoffelpüree anstelle gebratener Apfelringe. Das Aroma setzt sich aus der Süße der Süßkartoffel & der leichten Säure des Apfels kombiniert mit der angenehmen Schärfe der Gemüsezwiebel zusammen; der Schinkenspeck sorgt für eine salzige Note, während hinzu die pfeffrig gewürzte Blutwurst als Gegenpol hinzukommt. (Wenn ich den letzten Satz noch einmal lese, spiele ich mit dem Gedanken, eine Karriere als Weintester- & -kritiker anzustreben – ich bin immer überwältigt, wenn ich in Zeitungsartikeln die Reviews von Weinkennern lese!)

Süßkartoffeln sind zwar härter als Kartoffeln & sehr trocken & man braucht etwas Muskelarbeit beim Zerteilen, aber sie werden sehr viel schneller weich als Kartoffeln – egal, ob sie gekocht oder gebraten werden. Süßkartoffeln sind süßlich – wie der Name schon sagt – und müssen kräftig gewürzt werden: Apfel, Zwiebel, Schinkenspeck sowie Salz & Pfeffer passen sehr gut.

 

Die Businesswoman mit zu vielen Arbeitsstunden denkt sich

Ist das wirklich ein Gericht für mich? Nun ja – wenn ich mich an meine Kindheit zurückerinnere… Ich glaube nicht, dass ich das Gästen anbieten werden – ausgenommen das Süßkartoffelpüree, das sich einfach lecker anhört!

IMG_3881

 

Spread the word. Share this post!