sommer, sonne… tomatensauce!

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Ich schreibe nicht über Ketchup… sondern nur über einfache Tomatensauce! Brauchen wir wirklich einen Blogbeitrag über Tomatensauce? Ich denke schon… Tomatensauce ist zwar “nichts besonderes”, aber für viele italienische/mediterrane Gerichte ist Tomatensauce die entscheidende Zutat – also nehmen wir uns jetzt mal die Zeit, um unsere Erfahrungen zu Papier zu bringen – virtuell versteht sich…

Ein 1. Blick auf meine Photos? Ja – sieht nicht so gut aus: die Photos sind etwas unscharf & passen zum Ergebnis “Tomatensauce”: nicht wirklich photogen, etwas breiig, ohne Struktur, nicht gerade einladend – kurz gesagt: nicht geeignet für eine Photosession (speziell nicht für einen Foodblog, wo exzellente Photos ein Muss sind… & alle Foodblog-Photo-Fachbücher vor dieser Art “Gericht” warnen… – nun, ich habe versucht, das Beste daraus zu machen…).

Andererseits ist eine gelungene Tomatensauce absolut lecker & vereinigt verschiedene mediterrane Kräuter & Aromen, die sich perfekt mit Pasta, Fleisch, Fisch & Meeresfrüchten verbinden… Natürlich könnt ihr auch jedes Mal den Tomatensaucen-Anteil eines Gerichtes individuell zubereiten, aber es ist häufig bequemer, auf “fertige” Tomatensauce zurückgreifen zu können, um die Zubereitungszeit zu verkürzen.

Fangen wir also mit vielen Tomaten an…

 

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… was uns direkt zu der Frage führt, wie wir die “richtigen” Tomaten finden!

…als allererstes: Ich bin kein Freund von “schnittfesten” Tomaten (die recht beliebt sind, wenn es um Tomatenscheiben als Garniturkram für Salate oder Schnitzel oder was-auch-immer geht), denn meistens sind diese ausgesuchten Tomaten nicht wirklich reif… aber: Tomaten müssen reif sein, sehr reif, sehr rot, weich & saftig! Wenn ihr eine Tomate in der Hand haltet & (leicht) drückt, solltet ihr das Gefühl haben, dass sie zwischen euren Fingern zerplatzen könnte!

Daher: haltet euch fern von “schnittfesten” Tomaten – und das gilt auch für Fleischtomaten. Am besten eignen sich für Tomatensauce Kirschtomaten, Datteltomaten, Flaschentomaten… nehmt “normale” Tomaten nur dann, wenn sie nicht zu groß sind… & weich & reif & rot!

Tomaten stammen aus Zentral- & Südamerika – das ist Geschichte: heute kommen die besten Tomaten aus dem Mittelmeerraum, speziell aus Italien, Südfrankreich & Spanien! Ich bin davon überzeugt, dass Tomaten viel Sonne brauchen, um ihre Süße & ihr Aroma & ihr weiches Fleisch zu entwickeln. Unser aktueller Sommer in Mitteleuropa brachte bisher mehr Regen als Sonne… & ich greife nicht auf Tomaten zurück, die in Gewächshausplantagen irgendwo in der Nähe der Nordseeküste unter sorgfältiger Kontrolle von Temperatur & Feuchtigkeit gezogen werden…

Daher: sucht Tomaten aus dem Mittelmeerraum!

Tomaten für Tomatensauce müssen rot, rot rot… sein. Vergesst hier einmal spezielle Neu- oder Rückzüchtungen von gelben, fast grünen, fast schwarzen oder orangefarbenen Tomaten. Tomatensauce muss rot sein – nicht irgendwie grün-braun oder so.

 

Für’s Protokoll:
Ich mag spezielle Tomatensorten für Salate, vor allem wenn sie nicht nur eine interessante Farbe haben, sondern auch gut schmecken. Es ist mit Tomaten so wie mit Möhren: wir können heute verschiedene Möhrensorten in verschiedenen Farben bekommen, die verdammt gut aussehen, wenn sie angerichtet werden (& hoffentlich auch so gut schmecken)… aber ich weiche vom Thema ab…

 

Daher: nehmt nur rote Tomaten!

Schritt #1 der Zubereitung: alles Grünzeug von den Tomaten entfernen & die Tomaten gründlich waschen! Danach werden die Tomaten halbiert (oder geviertelt, wenn sie etwas größer sind) & die “Innereien” (Kerne & Flüssigkeit) werden entfernt – entweder durch Ausdrücken oder Herauskratzen. Wenn die Tomaten reif sind, geht das ganz schnell!

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Der nächste Arbeitsschritt besteht darin, eine – große – Auflaufform vorzubereiten: wir brauchen Olivenöl, Balsamico, Honig, Knoblauch, Chileschoten, Salz & Pfeffer.

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Dann die Kräuter – ich spreche hier von mediterranen Kräutern:
Wenn möglich, nutze ich frische Kräuter. Es spielt keine Rolle, ob ihr Thymian nehmt (s. nächstes Photo) oder Oregano oder Basilikum oder Rosmarin oder… ob ihr nur eine Sorte nehmt oder eine Mischung: einfach die Kräuter putzen & grob zerkleinern.

 

Fürs Protokoll:
Wenn ihr ein spezielles Aroma für ein spezielles Gericht mit einer speziellen Kräuterart kreieren wollt & dieses “Kraut” ist – unglücklicherweise – gerade nicht in eurem Garten oder auf eurem Balkon oder auf eurer Fensterbank vorhanden & erntereif, dann nehmt einfach die getrocknete Variante.

 

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Anschließend wird alles gründlich miteinander vermengt: die Tomaten, die Kräuter & das Olivenöl etc.

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Stellt die Auflaufform für ca. 30 min in den Backofen. Ihr müsst den Backofen nicht vorheizen, aber ohne Vorheizen müsst ihr etwa 10 min zusätzlich einkalkulieren. Die Tomaten sind fertig, wenn sie verschrumpelt aussehen, matschig, in Flüssigkeit schwimmen…

Lasst die Tomatenmasse etwas abkühlen – sie blubbert vor Hitze, wenn ihr sie aus dem Backofen holt. Sobald ihr die Hitze im Griff habt, füllt alles in einen Standmixer & gebt noch ein wenig Tomatenmark hinzu – wenn ihr mögt. Dann einfach alles pürieren, bis das letzte Stückchen verschwunden ist…

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Die folgenden Photos sind Nahaufnahmen: das linke mit Tageslicht, das rechte mit künstlicher Beleuchtung. (Ich habe das linke Photo als Blogbild gewählt, weil es natürlicher ist, obwohl das rechte farblich eher auffällt.)

Die Konsistenz der Tomatensauce ist… einfach nur sämig & locker!

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sommer, sonne… tomatensauce!

Prep Time: 30 minutes

Cook Time: 30 minutes

sommer, sonne… tomatensauce!

Ich schreibe nicht über Ketchup... sondern nur über einfache Tomatensauce! Brauchen wir wirklich einen Blogbeitrag über Tomatensauce? Ich denke schon... Tomatensauce ist zwar "nichts besonderes", aber für viele italienische/mediterrane Gerichte ist Tomatensauce die entscheidende Zutat - also nehmen wir uns jetzt mal die Zeit, um unsere Erfahrungen zu Papier zu bringen - virtuell versteht sich...

Ingredients

  • ca. 1000 gr Tomaten (rot & reif & weich)
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Esslöffel Balsamico
  • 1 Esslöffel Honig
  • 1 getrocknete Chilischote (oder auch mehr)
  • 3-4 Knoblauchzehen (oder auch mehr)
  • 2 Esslöffel frische mediterrane Kräuter ODER 1 Esslöffel getrocknete mediterrane Kräuter
  • Salz & Pfeffer
  • 70 gr (1 kleine Dose) Tomatenmark - optional
  • Küchengeräte:
  • Auflaufform
  • Standmixer

How to...

  1. Die Tomaten putzen, gründlich waschen & halbieren oder vierteln.
  2. Kerne & Flüssigkeit entfernen.
  3. Wenn frische Kräuter benutzt werden, die Kräuter putzen & grob zerkleinern.
  4. Alle Zutaten (außer: Tomatenmark) in eine Auflaufform geben & gut vermengen.
  5. Die Auflaufform für ca. 30-40 min bei 175 Grad C Umluft in den Backofen stellen.
  6. Die Tomatenmasse etwas abkühlen lassen & dann in den Standmixer füllen - das Tomatenmark hinzugeben (optional).
  7. Pürieren, bis alle Stückchen verschwunden sind.
  8. Abschmecken & ggf. etwas nachsalzen & -pfeffern, (vielleicht) auch noch etwas Balsamico & Honig ergänzen... wie es euch gefällt!

Notes

Tomaten: Ihr könnt Tomatensorten beliebig mischen (Kirschtomaten, Datteltomaten, Flaschentomaten...).

1000 gr Tomaten: Das ist ein Richtwert... Ich nehme mindestens diese Menge, denn sonst lohnt es sich nicht, überhaupt anzufangen! Normalerweise arbeite ich mit mehr Tomaten...

Olivenöl, Balsamico, Honig: Wenn es mehr als 1000 gr Tomaten geworden sind, dann einfach die Mengen proportional anpassen.

Knoblauch: Wer Knoblauch mag, kann gern mehr nehmen - bis zu einer ganzen Knolle! Aber niemals auf den Knoblauch verzichten...

Chileschoten: Wer es scharf mag, kann gern mehr Chili hinzufügen. (Natürlich kann man auch frische Chileschoten nehmen.) Aber niemals ganz auf Chili verzichten...

Mediterrane Kräuter: Ihr könnt das Aroma auf eine Kräuterart einschränken oder verschiedene Kräuter mischen.

Tomatenmark: Wenn ihr mögt, könnt ihr Tomatenmark ergänzen - es verstärk das Tomatenaroma, aber dann auch daran denken, wg. der "Süsse" etwas mehr Honig zu nehmen...

Wieviel Tomatensauce bekommen wir am Ende? Bei ca. 1000 gr Tomaten werden es ca. 700-800 ml Tomatensauce, aber... es hängt davon ab, welche Tomaten ausgewählt werden, speziell bzgl. der Menge an Kernen & Flüssigkeit, die entfernt werden. Einige Tomatensorten wie Datteltomaten haben recht wenig Kerne & Flüssigkeit, während "normale" Tomaten erheblich mehr aufweisen...

Aufbewahrung: Ihr könnt Tomatensauce mind. bis zu 2 Wochen im Kühlschrank aufbewahren.

https://thebusinesswomanskitchen.de/sommer-sonne-tomatensauce/

 

Was fangt ihr denn nun mit meinem Rezept an? Es ist schon etwas vage, oder?

Zuerst ein Nachtrag: ich habe das Grundrezept für diese Tomatensauce bei Ravinder Bhogals “Love to cook” gefunden. Auf dieser Basis habe ich begonnen zu experimentieren… & entwickelte so meinen Tomatensaucen-Schlamassel. Also:

  • Ihr könnt eine sehr scharfe & pikante Tomatensauce kreieren, wenn ihr einfach sehr viel mehr Chili hinzufügt.
  • Ihr könnt aber auch eine Tomatensauce für Knoblauch-Fans schaffen, indem ihr einfach sehr viel mehr Knoblauch hinzufügt.
  • Eure Kräuterwahl hängt davon ab, welches Aroma dominieren soll. Die Klassiker wie Thyman, Oregano, Basilikum, Rosmarin… können solo, aber auch gemischt eingesetzt werden.
    (Ich gebe zu, dass ich oft einfach die Kräutertöpfe abernte, die gerade auf meiner Fensterbank stehen…)

…und dann: was machen wir mit der Tomatensauce?

  • Ravinder Bhogals “Love to cook” nimmt Tomatensauce als Basis für eine herzhafte Suppe mit gratiniertem Ziegenkäse… (meine Version davon kommt demnächst!)
  • Ihr könnt die Tomatensauce als Béchamel-Saucen-Ersatz für Lasagne oder Cannelloni verwenden.
  • Ihr könnt sie in vielen,vielen Pasta-Gerichten einsetzen.
  • Ihr könnt sie natürlich auch verteilen – auf der… PIZZA!
  • Ihr könnt damit alle mediterranen Gemüse-Gerichte verfeinern, ob gebraten oder im Backofen gebacken…

Ich pflege immer etwas Tomatensauce auf Vorrat zu produzieren, wenn ich z. B. gerade geeignete Tomaten finde, & bewahre sie dann im Kühlschrank auf. Ziemlich schnell finden sich dann Pasta- & Gemüsegerichte, die nach Tomatensauce schreien… Wenn ich z. B. eine Lasagne mit Tomatensauce (anstelle von Béchamel-Sauce) backe, koche ich meist etwas mehr Tomatensauce, als ich in diesem Moment brauche, denn ich kann den Rest im Kühlschrank aufbewahren… (Ihr merkt schon: wir kommen immer wieder auf den Kühlschrank zurück!)

…zum Schluss: Alternativen?
Ganz einfach: was könnt ihr machen, wenn hausgemachte Tomantensauce nicht “machbar” ist (oder ihr alles aufgebraucht habt)?

Ich empfehle in einem solchen Fall, italienische Dosentomaten (püriert oder auch nicht) ohne andere Zutaten (außer vielleicht Salz!) einzukaufen. Ihr könnt Olivenöl, Balsamico, Honig, Knoblauch, Chili & Kräuter hinzugeben… & eine so Tomatensauce zusammenrühren – so ähnlich wie hausgemacht!

 

The Businesswoman mit zu vielen Bürostunden denkt sich so

Wenn ich zwischen einer echt hausgemachten Tomatensauce oder einer “fast hausgemachten” Tomatensauce wählen kann, ziehe ich natürlich die Alternative vor, weil es weniger Aufwand ist… aber, ist es nicht immer die gleiche Entscheidung, die man treffen muss? Andererseits: so lange dauert es ja nun auch nicht, meine eigene hausgemachte Tomatensauce herzustellen…
(Zum Glück müssen die Tomaten nicht geschält werden!)

 

 

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