rotkohl… sehr viel rotkohl

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Winter ohne Apfelrotkohl mit herrlichen Gewürzen ist ein Unding – also zumindest für mich!

Apfelrotkohl – fix & fertig – könnt ihr das ganze Jahr hindurch in der TK-Abteilung im Supermarkt eures Vertrauens finden – naja: in der Vorweihnachtszeit können die Vorräte schon mal knapp werden. Die tiefgefrorenen Päckchen reichen für 2-4 Portionen – der einfachste Weg, um sich auf alle Weihnachts-, Vorweihnachts- & Neujahrsessen vorzubereiten.

Daneben gibt es dann aber auch den selbstgerechten Apfelrotkohl, der individuell gewürzt eure persönliche Note zum Ausdruck bringt. Natürlich ist das unser Ziel – speziell, wenn man erst einmal realisiert hat, dass die Herstellung von Apfelrotkohl in der heimischen Küche einfacher ist als gedacht & dass man keineswegs 4-5mal im Winter den Kochtopf mit Rotkohl füllen muss, sondern eigentlich eine einzige Rotkohlschlacht genug Stoff für mehrere Essen liefert.

 

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Ich habe hier mal alle Zutaten für selbstgerechten Rotkohl (nach meiner Version!) zusammengestellt:

  • Man beginnt mit einem wunderbaren großen Rotkohl – spätestens jetzt dürfte klar werden. dass wir nicht nur von der Herstellung von 2-3 Portionen sprechen!
  • Danach kommen die Äpfel – ich nutze immer Boskoop-Äpfel.
  • Dann sind da diese kleinen weißen Schalen mit:
    • Honig
    • Balsamico
    • Zitronensaft
    • gemahlenem Koriander & 5-Gewürze-Pulver.

Dies sind die von mir geliebten Würzmittel, die ich nutze – wer spezielle Gewürze ergänzen möchte, kann dies tun (dazu später mehr).

  • Dann haben wir da noch:
    • Lorbeerblätter
    • Nelken
    • Wacholderbeeren
    • Piment.

… und zum Schluss: Salz & Pfeffer.

Jetzt kann es losgehen!

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Zuerst beschäftigen wir uns mit dem Rotkohl; ein Kopf wiegt normalerweise zwischen 2.000 gr & 2.500 gr. Wir halbieren den Kopf, nachdem die welken, schmutzigen äußeren Blätter entfernt wurden. Dann halbieren wir die Hälften noch einmal.

 

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Die Viertel können nun gehobelt werden (oder via anderer ggf. vorhandener elektrischer Küchengeräte zerkleinert werden):

  • Keine Angst vor der großen Menge reingeschnittenem Rotkohl!
    (Eigentlich kann nur der Strunk nicht verwertet werden!)
  • Keine Angst vor der Farbe, die Finger & Hände rot färbt – bleibt nicht rot, sondern kann durch Händewaschen leicht wieder entfernt werden!

Nun kommen die Äpfel an die Reihe. Es wird einfacher, wenn die Äpfel sofort in 2 Portionen geteilt werden: etwa 50% brauchen wir ziemlich schnell, den Rest erst später. Es ist nicht schlimm, wenn die Äpfel etwas braun werden.

Um den Rotkohl-Kochprozess zu starten, brauchen wir einen recht großen Topf (ca. 6 l Fassungsvermögen in diesem Fall). Es ist nicht so schlimm, wie es scheint, wenn der “Rotkohlberg” über den Topfrand hinausragt – beim Kochen reduziert sich das.

 

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Wir kochen den Rotkohl in 2 Schritten:

  • Schritt 1: Kochen in stark gesalzenem Wasser, um Schaum zu entfernen.
  • Schritt 2: Abrunden mit Äpfeln & Gewürzen – “weichkochen”.

Beim 1. Schritt müssen wir genau beobachten, denn das kochende Wasser schäumt die Rotkohlmasse auf & drückt sie nach oben – wenn es “überschwappt”, ist der Spaß vorbei! (Da wir gerade bei diesem Thema sind: ihr glaubt kaum, wie schnell ihr in eurer Küche einen richtig großen Schlamassel anrichten könnt, wenn ihr die Küche im flachen Moment mal eben verlasst!). Daher solltet ihr den Kohl im Kochtopf genau beobachten & mit einem Pfannenwender oder einem großen Löffel immer wieder sanft in das kochende Wasser zurückschieben.

Die gute Nachricht: der Rotkohl – mit viel Salz – muss nur 1-2 min kochen; dann wird alles in ein großes Sieb geschüttet, das im Spülbecken wartet. Aus dem “Rotkohl” ist inzwischen “Blaukohl” geworden; das abgegossene Wasser ist tiefblau. Der Rotkohl wird mit kaltem Wasser abgebraust; der Kochtopf wird gereinigt & mit ca. 1 cm frischem Wasser gefüllt, bevor die Kohlmasse zurücktransferiert wird. Zugegeben, es sieht jetzt etwas desolat/unappetitlich aus, aber nicht lange: der 1. Arbeitsschritt ist damit abgeschlossen.
(Ja – schöpft Hoffnung; der anstrengende Teil ist geschafft!)

 

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Wir heizen den Rotkohl wieder auf – die Rotkohlmenge ist kleiner geworden & passt besser in den Topf. Wenn jetzt Salz & Pfeffer hinzukommen, auf die Menge achten: was jetzt hinzukommt, bleibt im Rotkohl.

Danach:

  • Balsamico & Zitronensaft (oder auch Limettensaft) hinzugießen; nach gründlichem Umrühren wird aus “Blaukohl” wieder “Rotkohl”.
  • Honig (oder Zucker oder Zuckerrübensirup oder Ahornsirup oder was immer euch einfällt) hinzugeben, um die Säure zu kompensieren.
  • Korianderpulver hinzufügen & umrühren.
  • Ein paar Lorbeerblätter kommen dazu: am besten nur große & kräftige Lorbeerblätter nehmen (keine zerbröselten!) & genau zählen, denn sie müssen später wieder herausgefischt werden… und dann kommt das “Teeei”!

Nehmt ein Teeei aus Edelstahl, öffnet es, füllt es mit Nelken, Piment & Wacholderbeeren, schraubt es sorgfältig wieder zu & vergewissert euch, dass es wirklich, richtig zugeschraubt ist, bevor ihr es in die Rotkohlmasse legt.
Alarmstufe rot: Die absolute Katastrophe ist ein Teeei, dessen Hälften sich lockern & das sich dann im Topf von selbst öffnet, so dass die Gewürze im gesamten Rotkohl verteilt werden – ihr werdet es nie schaffen, dieses “Elend” zu bereinigen! (ihr habt nur 2 Alternativen: alles wegwerfen & vorn vorn beginnen oder eure Gäste davon zu Überzügen, dass es eine kulinarische Delikatesse ist, zufällig auf die kleinen Gewürzkerne zu beißen!)

Danach kommt die 1. Hälfte der kleingeschnittenen Äpfel in den Topf. Alles umrühren, den Topf mit einem Deckel verschließen & für ca. 30 min köcheln lassen.

 

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Die Äpfel haben sich danach in eine geschmeidige Flüssigkeit verwandelt, die die Rotkohlstückchen umhüllt. Ihr könnt die Lorbeerblätter & das Teeei nun herausfischen – jetzt kommt das Abschmecken. In der Regel muss nachgesalzen & -gepfeffert werden, manchmal fehlt auch nicht etwas Zitronensaft oder Honig. Der Rotkohl selbst sollte jetzt angenehm weich sein.

Zum Abschluss das 5-Gewürze-Pulver unterrühren – und vielleicht auch noch etwas Koriander – ganz wie ihr es mögt. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass das Gesamtaroma weiter individualisiert werden kann, indem z. B. Zimt oder Muskat hinzugefügt werden – typische Wintergewürze, die gut zu Rotkohl passen. Danach sollte aber die Gewürzaktion beendet sein!

Jetzt kommen die restlichen Apfelstückchen in den Rotkohl & es wird ich einmal umgerührt & der Deckel wird wieder auf den Topf gesetzt. Die Masse sollte noch einmal ca. 10 min köcheln. Die 1. Ladung Äpfel ist zerfallen & sorgt für “Geschmeidigkeit”, die 2. Ladung soll als Apfelstückchen erhalten bleiben.

 

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Und das war’s auch schon!

Der Apfelrotkohl kann jetzt abkühlen & wird danach eingefroren (meine Empfehlung: 2 Portionen pro Container (ca. 400 ml pro Container – nun: das können dann hinterher auch 3 Portionen werden, wenn ihr es so aufteilt!)). Wenn der Apfelrotkohl auf den Tisch kommen soll, genügt es, ihn in der Mikrowelle aufzutauen & zu erwärmen, abzuschmecken (meistens muss noch ein wenig Salz & Pfeffer hinzugefügt werden!) & zu servieren.

 

Rotkohl… sehr viel Rotkohl

Prep Time: 45 minutes

Cook Time: 60 minutes

Rotkohl… sehr viel Rotkohl

Winter ohne Apfelrotkohl mit herrlichen Gewürzen ist ein Unding - also zumindest für mich!

Ingredients

  • 2.000 -2.500 gr Rotkohl (ein ganzer Kopf)
  • 2000 gr Boskoop-Äpfel (noch nicht verarbeitet)
  • 3 Eßl. Zitronensaft (oder Limettensaft)
  • 3 Eßl. Balsamico
  • 3 Eßl. Honig
  • ca. 1 Teel. Nelken
  • ca. 1 Teel. Piment
  • ca. 1 Teel. Wacholderbeeren
  • 1 Teel. gemahlener Koriander
  • 1 Teel. 5-Gewürze-Pulver
  • Salz & Pfeffer
  • Küchengeräte:
  • 1 großer Kochtopf (6 l Fassungsvermögen oder mehr)
  • 1 Teeei aus Edelstahl

How to...

  1. Den Rotkohl säubern, die welken Blätter entfernen & vierteln.
  2. Den Rotkohl in feine Streifen hobeln (oder eine Küchenmaschine benutzen).
  3. Die Hälfte der Äpfel schälen & in kleine Stückchen schneiden (2-3 cm).
  4. Den Rotkohl in einem großen Topf mit viel Salz & viel Wasser aufkochen.
  5. Den Rotkohl ca. 1-2 min sprudelnd kochen lassen.
  6. Den Rotkohl in ein Sieb abgießen & mit kaltem Wasser abbrausen.
  7. Ca. 1 cm Wasser in den (gereinigten) Kochtopf füllen.
  8. Den Rotkohl in den Topf geben & erhitzen.
  9. Salz & Pfeffer hinzufügen.
  10. Zitronensaft, Balsamico & Honig hinzugießen.
  11. Lorbeerblätter & das mit Nelken, Piment & Wacholderbeeren gefüllte Teeei hinzugeben.
  12. Koriander hinzugeben.
  13. Die vorbereitete Hälfte der Äpfel hinzufügen & alles umrühren.
  14. Den Topf mit einem Deckel verschließen & ca. 30 min köcheln lassen.
  15. Den Rest der Äpfel vorbereiten (wie vorher).
  16. Lorbeerblätter & Teeei aus dem Topf nehmen.
  17. Rotkohl abschmecken & ggf. noch Zitronensaft & Honig hinzufügen.
  18. Noch einmal Koriander & das 5-Gewürze-Pulver hinzugeben.
  19. Die restlichen Apfelstückchen zum Rotkohl geben.
  20. Den Rotkohl kräftig umrühren.
  21. Den Topf mit einem Deckel verschließen & für ca. 10 min köcheln lassen.
  22. Den fertigen Apfelrotkohl abkühlen lassen.
  23. Den Apfelrotkohl in Container füllen (2 Portionen pro Container) & einfrieren.

Notes

"Cook Time" ist die Zeitspanne vom 1. Aufheizen & Kochen, über das Abgießen & erneute Aufheizen & Köcheln bis zum Moment, wenn das Abkühlen beginnt.

Gewürzmengen & -flüssigkeiten sind geschätzt. Wer eine herzhaftere ("säuerlicher") Version bevorzugt, kann mehr Zitronensaft und/oder Essig hinzugeben. Wer es "süßer" mag, der sollte mehr Honig nehmen.

Die Gewürze (Koriander, 5-Gewürze-pulver, Nelken etc.) habe ich nach meinem Geschmack gewählt; man kann ähnliche (Winter-)Gewürze wie Zimt oder Muskat hinzugeben - oder man kann darauf verzichten, wenn man Rotkohl eher "pur" bevorzugt.

Ich dicke meinen Rotkohl weder mit Mais- noch mit Kartoffelstärke an, da die geschmolzenen Äpfel für genügend "Geschmeidigkeit" sorgen - nach meinem Geschmack.

Zum Einfrieren nutze ich Container mit 400 ml Fassungsvermögen, was 2 Portionen entspricht.

https://thebusinesswomanskitchen.de/rotkohl-sehr-viel-rotkohl/

 

Ich habe bei meiner Kochsession auf Basis von ca. 2.400 gr Rotkohl & ca. 2.000 gr Boskoop-Äpfeln insgesamt 9 Doppelportionen erhalten (= 18 Einzelportionen) – Portion #1 und #2 wurden noch am gleichen Abend verspeist; die nächsten 4 Portionen kamen am nächsten Kochende beim Abendessen mit Freunden auf den Tisch. … und bald ist Weihnachten: Apfelrotkohl ist ein MUSS für unser Weihnachtsessen. Also: keine Sorgen über den Verbrauch machen!

Diese Art Apfelrotkohl habe ich in meiner “Bitte-kein-Fett-Phase” entwickelt; daher tauchen bei den Zutaten weder Öl noch Butter auf. Wenn ihr einen Hauch Butteraroma vermisst, dann fügt etwas Butter hinzu, aber denkt daran, dass die geschmolzenen Äpfel & der Honig bereits für “Geschmeidigkeit” sorgen.

Immer in die Vollen gehen bei Rotkohl: Aufwand & Zeit, die für die Herstellung “vieler” Portionen benötigt werden, sind unerheblich höher als bei “wenigen” Portionen – und man muss sich keine Gedanken darüber machen, was man mit dem “Rest” des Kohlkopfs anfängt, wenn man nicht gerade Rohkost-Fan ist. Aus meiner Erfahrung heraus werdet ihr keinen Rotkohl von der Größe eines großen Apfels finden – so etwa 250 gr – der für ein 2-Personen-Abendesses ideal wäre. … und außerdem wird Rotkohl umso besser im Geschmack, wenn er eingefroren & wieder erwärmt wird!

Äpfel? Ihr solltet immer herzhafte, aber mürbe Äpfel nehmen – auf keinen Fall zu süße Äpfel! Ich habe es einmal mit Apfelsinen probiert, aber das war nichts: es war zuviel Säure.

 

Die Businesswoman mit zu vielen Arbeitsstunden denkt sich so

Wieder einmal diese Idee, eine kleine Küchenschlacht anzuzetteln, um eine Menge Gemüse auf Vorrat zu produzieren. Mir gefällt das zugrunde liegende Konzept, sich einmal die Hände schmutzig zu machen & dann wochen- & monatelang vom Ergebnis zu profitieren, aber ich glaube, ich muss dann auch meinen Gefrierschrank besser organisieren, damit ich nichts vergesse.

 

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