mürbeteigkekse (aka shortbread) – wie am fliessband!

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Macht es Sinn, Zeit in selbstgebackene Kekse zu investieren? Zweifel erlaubt – aber glaubt mir: es lohnt sich! Ich habe aber auch herausgefunden, dass die Keksproduktion optimiert werden kann… Ich habe mal mit Mürbeteigkeksen (aka Shortbread-Cookies) angefangen & in einer Back-Session verschiedene Varianten produzier: mit dem gleichen Teig, aber verschiedenen Gewürzen & Zutaten.

 

Erst einmal möchte ich festhalten, dass dies keine Vor-Weihnachtsbäckerei ist: obwohl es nur noch etwa 2 Monate bis Weihnachten sind, wollen wir heute einen Produktionsprozess definieren, um Shortbread-Cookies mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu produzieren – egal zu welcher Jahreszeit! Ich habe mit Shortbread-Cookies angefangen – aber ich denke, dass wir analoge Prozesse demnächst auch für andere Kekssorten spezifizieren können.

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Bis jetzt habt ihr in diesem Beitrag schon verschiedene Shortbread-Cookies gesehen:

  • Vanille-Kekse mit Schokoladenüberzug,
  • Kardamom-Kekse mit gehackten Pistazien,
  • Zitronene-Kekse mit geraspelter Schokolade &
  • Ingwer-Kekse mit geraspelter Schokolade… (ja: beide Sorten (Zitrone & Ingwer) sehen gleich aus…, aber schmecken unterschiedlich!).

So, an die Arbeit!

Was brauchen wir?
(Um effizient zu werden, müssen wir das im voraus klären & alles vorbereiten!)

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Für den Teig:

  • Mehl
  • Puderzucker
  • Salz
  • Butter.

Für die Geschmacksrichtungen:

  • Vanille & Schokolade für den Schokoladenüberzug
  • geraspelte Zartbitterschokolade & geriebene Zitronenschale
  • geraspelte Zartbitterschokolade & geriebener frischer Ingwer bzw. gemahlener Ingwer
  • fein gehackte Pistazien & gemahlener Kardamom.

Frischer Ingwer führt zu einem sehr zarten Aroma, während gemahlener Ingwer den vollen Ingwer-Nachgeschmack forciert – eher etwas für Ingwer-Liebhaber.

 

Fürs Protokoll:
Die Idee “Pistazien mit Kardamom” stammt aus einem Rezept, das von “Kaffee und Cupcakes” veröffentlicht wurde.

 

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Für jede Shortbread-Cookie-Sorte brauchen wir die gleiche Menge Mehl, Puderzucker, Salz & Butter. Die weiteren Zutaten werden soweit vorbereitet, dass sie halt bereit stehen, wenn sie gebraucht werden.

Wir beginnen mit den Vanille-Keksen.

Alles wird in eine Schüsseln gekippt: dann rollt die Ärmel hoch & bringt eure Ringe & Armbänder in Sicherheit, bevor es ans Teigkneten geht… oder besser: krümelt mit euren Händen erst einmal alles zusammen & formt dann eine Teigrolle (Durchmesser ca. 4cm … 5 cm).

Ich habe hier Teigrollen mit einem Durchmesser von ca. 5 cm erzeugt, so dass sich später ca. 23-25 Shortbread-Cookies pro Rolle ergeben.

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Packt die Teigrolle in Küchenfolie & glättet die Rolle noch ein wenig durch Hin- & Herrollen (es ist ganz einfach!).

Wiederholt alles für die weiteren Shortbread-Cookie-Sorten, so dass ihr am Ende 4 lange Teigrollen habt.

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Alle Teigrollen kommen jetzt erst einmal für mind. 30 min in den Kühlschrank. (Das Herumkrümeln & Kneten macht den Teig sehr weich, so dass das In-Scheiben-Schneiden, das als nächstes auf dem Plan steht, schwierig wird.)

Ich habe – glücklicherweise – einen Kühlschrank mit einem Fach, wo die Temperatur nahe des Gefrierpunkts ist. Wenn ich die Teigrollen dort hineinlege, genügen 30 min zum Abkühlen – wenn ihr eine etwas wärmere Abteilung eures Kühlschrank nutzt, sollte die Abkühlphase auf mind. 60 min ausgedehnt werden: testet ab & zu, wie weich der Teig noch ist.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Backbleche vorbereiten, in dem ihr sie mit Backpapier belegt, und den Backofen vorheizen (160 Grad C mit Umluft).

Schließlich nehmt ihr die gekühlten Teigrollen, entpackt sie & schneidet sie in Scheiben von ca. 0,5 cm. Jede Rolle führt zu ca. 23-25 Scheiben. Legt die Scheiben auf ein Backblech im 5 × 3 Muster: jedes Backblech liefert somit 15 Shortbread-Cookies.

Mein Backofen fasst 3 Backbleche (mehr Backbleche besitze ich auch nicht..). Also kann ich in einer Backofen-Session 45 Shortbread-Cookies produzieren (4 Teigrollen führen zu etwa 100 Keksen: ich habe 3/2/2 gemacht (= 3 Backofen-Sessions: die 1. mit 3 Backblechen, danach 2 × mit 2 Backblechen.))

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…und endlich der Erfolg!

Die Shortbread-Cookies sind ok, sobald sie beginnen, an den Rändern braun zu werden.

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Wenn die Kekse aus dem Backofen geholt werden, sind sie heiß & noch sehr weich, daher solltet ihr 2-3 min warten, bevor ihr sie vorsichtig auf ein Kühlgitter transferiert.

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Jetzt sind wir fertig!!! Oder? Naja… es gibt immer die Möglichkeit, mit Schokolade (oder so) zu arbeiten… noch einen Schokoladenüberzug…

Also nehmen wir die Vanille-Kekse… & die Zartbitterschokolade…

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Sobald die Schokolade geschmolzen & nicht länger “richtig” heiß ist, tunken wir jeden Vanillekeks in die flüssige Schokolade, bis die Oberfläche zur Hälfte mit Schokolade bedeckt ist (Achtung: nur die Oberfläche – nicht die Rückseite!) & lassen die Kekse auf einem Teller ruhen, der sofort in den Kühlschrank kommt, damit sich die Schokolade verfestigen kann.

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Jetzt sind wir aber wirklich fertig!

 

mürbeteigkekse (aka shortbread) – wie am fliessband!

Prep Time: 60 minutes

Cook Time: 14 minutes

Servings: 23 - 25 Kekse pro Sorte

mürbeteigkekse (aka shortbread) – wie am fliessband!

Macht es Sinn, Zeit in selbstgebackene Kekse zu investieren? Zweifel erlaubt - aber glaubt mir: es lohnt sich! Ich habe aber auch herausgefunden, dass die Keksproduktion optimiert werden kann... Ich habe mal mit Mürbeteigkeksen (aka Shortbread-Cookies) angefangen & in einer Back-Session verschiedene Varianten produzier: mit dem gleichen Teig, aber verschiedenen Gewürzen & Zutaten.

Ingredients

    für jede Sorte Shortbread-Cookies:
  • 150 gr Mehl Type 550
  • 50 gr Puderzucker
  • 125 gr Butter
  • 1/4 TL Salz
  • speziell für die Vanille-Kekse:
  • 3 Päckchen Vanillezucker
  • 100 gr Zartbitterschokolade für den Schokoladenüberzug - optional
  • speziell für die Zitronen-Kekse:
  • abgeriebene Schale einer Zitrone
  • 50 gr geraspelte Zartbitterschokolade
  • speziell für Ingwer-Kekse:
  • 1 gehäufter EL geriebener frischer Ingwer ODER 1 gehäufter TL gemahlener Ingwer
  • 50 gr geraspelte Zartbitterschokolade
  • speziell für die Kardamom-Kekse:
  • 1 gehäufter TL gemahlener Kardamom
  • 60 gr fein gehackte Pistazien (ohne Schalen - selbstverständlich!)

How to...

  1. 4x eine Mischung aus Mehl, Puderzucker & Salz vorbereiten & das 125 gr-Stück Butter hinzugeben.
  2. 2x geraspelte Schokolade vorbereiten.
  3. Die Schale einer Zitrone abreiben.
  4. Frischen Ingwer reiben (falls genutzt).
  5. Die Pistazien fein hacken.
  6. 1x die Mehlmischung mit der Butter nehmen und die zugehörigen Gewürze & Zutaten für eine Kekssorte hinzugeben.
  7. Mit den Händen alles vermischen, zerkrümeln & durchkneten.
  8. Zum Schluss eine Teigrolle formen (Durchmesser: ca. 4-5 cm).
  9. Die Teigrolle in Klarsichtfolie einwickeln & durch Hin- & Herrollen noch etwas glätten.
  10. Die Teigrolle in den Kühlschrank legen.
  11. Schritt #6 bis #10 für jede Kekssorte wiederholen.
  12. Die Teigrollen für mind. 30 min im Kühlschrank lassen (bei einer Temperatur nahe Gefrierpunkt).
  13. Den Backofen vorheizen (160 Grad C mit Umluft).
  14. 2-3 Backbleche mit Backpapier belegen.
  15. Nach der Kühlschrank-Abkühl-Phase eine Teigrolle nehmen, auswickeln & in Scheiben schneiden (ca. 0,5 cm breit).
  16. Die Scheiben auf ein Backblech legen (5 x 3).
  17. Wenn die Backbleche gefüllt sind, diese in den vorgeheizten Backofen schieben & ca. 12-14 min backen.
  18. Wenn die Shortbread-Cookies am Rand leicht braun werden, sind sie ok.
  19. Die Backbleche aus dem Backofen nehmen, 2-3 min warten (bis die Shortbread-Cookies nicht mehr zu weich sind!) & danach die Shortbread-Cookies vorsichtig auf ein Kühlgitter legen.
  20. Die Backbleche erneut beladen (Schritt #15 - #19), bis alle Teigrollen verarbeitet sind.
  21. Sobald die Shortbread-Cookies auf Zimmertemperatur abgekühlt sind, können sie in eine Keksdose umgeschichtet werden.
  22. Optionale Schritte:
  23. ...die Vanille-Kekse zur Seite stellen - wenn ihr sie mit Schokolade überziehen wollt...
  24. Die Schokolade in der Mikrowelle oder im Wasserbad schmelzen & abkühlen lassen... (von heiß nach warm...).
  25. Einen Vanille-Keks in die geschmolzene Schokolade tauchen & auf einem Teller abkühlen lassen.
  26. Solange mit allen anderen Vanille-Keksen wiederholen, bis keine geschmolzene Schokolade mehr übrig ist.
  27. Den Teller mit den mit Schokolade überzogenen Vanille-Kekse in den Kühlschrank stellen, bis die Schokolade fest geworden ist.
  28. Anschließend die schokoladigen Vanille-Kekse in eine Keksdose packen.

Notes

Prep Time: Diese Zeitangabe umfasst die Vorbereitung der Zutaten, das Kneten des Teigs, Formen der Teigrollen & Verpacken sowie die Kühlschrank-Abkühl-Aktion.

Kühlschrank-Abkühl-Aktion: 30 min sind das Minimum (falls im Kühlschrank eine "nahe Gefrierpunkt"-Abteilung vorhanden ist!). Ansonsten müssen die Steigrollen länger im Kühlschrank bleiben (ca. 60 min): der Teig muss schnittfest werden.

Cook Time: bezieht sich auf jede einzelne Session im Backofen. Die Gesamtzeit hängt davon ab, wieviele Kekse insgesamt produziert werden sollen. In unserem Fall waren es 4 Kekssorten, jede mit ca. 25 Keksen, d. h. zusammen ca. 100 Kekse... mit einem Backblech, das 15 Kekse fasst, brauchen wir also 7 Backbleche, d. h. 3 Sessions im Backofen.

Vanillezucker: Das ist Zucker mit Vanillekörnern; ihr könnt alternativ auch eine Vanilleschote nehmen & die Körner herauskratzen.

Ingwer: Wenn ihr frischen Ingwer nehmt, gibt es einen sehr zarten Ingwer-Nachgeschmack. Gemahlener Ingwer ist wesentlich intensiver: diese Kekse sind eher etwas für wahre Ingwer-Liebhaber.

Geraspelte Schokolade: Wie üblich empfehle ich geraspelte Schokolade im Supermarkt eures Vertrauens zu kaufen.

Pistazien: Das Päckchen Pistazien im Supermarkt meines Vertrauens enthält genau 60 gr. Ihr könnt natürlich auch 50 gr nehmen - aber nicht weniger!

Update: Wenn die Teigrolle einen Durchmesser von ca. 5 cm hat, ergeben sich 23-25 Kekse; wenn es nur ca. 4 cm sind, erhaltet ihr 30-32 Kekse.

Die Shortbread-Cookies sind knackig & knusprig und sie bleiben knackig & knusprig, wenn ihr sie in einer geeigneten Keksdose aufbewahrt. Ihr könnt sie mind. 2 Wochen lang aufbewahren - ich habe leider keine Erfahrungswerte für Shortbread-Cookies jenseits dieser Grenze (bisher keine Überlebende!).

http://thebusinesswomanskitchen.de/muerbeteigkekse-aka-shortbread-fast-wie-am-fliessband/

 

 

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Ein paar Gedanken:

  • Wir haben jetzt verschiedene Shortbread-Cookies produziert, indem wir die gleiche Basis, aber verschiedene Geschmacksrichtungen verarbeitet haben: das war schon so etwas wie “am Fließband”! Die Vorbereitung der Teigsorten geht schnell & einfach: die meiste Zeit verschlingt das Backen!
  • Wir können den Backvorgang nicht beschleunigen: unser Backofen hat begrenzte Kapazität, unsere Backbleche ebenso. Daher sollte wir auch nicht versuchen, mehr als 4 Sorten auf einmal zu produzieren – denke ich.
    (Natürlich kann man sich auch auf 1 Sorte beschränken & die Menge erhöhen!)
  • Also – Mengen können leicht angepasst werden: einfach alles verdoppeln, wenn ihr ca. 50 Zitronenkekse anstatt von 25 produzieren wollt.
  • …und dann ist da noch die “Kür”!
    Ich habe schon vor langer Zeit gelernt, dass alle Verzierungsaktivitäten immer sehr viel Zeit kosten. Nichts ist zeitaufwändiger als mit verschiedenen Schokoladenverzierungen zu arbeiten – und auch nichts ist schmieriger, fettiger, klebriger mit vielen Spritzern & Tröpfchen & Flecken, was hinterher eine Herausforderung bzgl. Putzen bedeutet.
    Zuerst einmal müsst ihr für genügend Platz in eurem Kühlschrank sorgen (testet auf jeden Fall, ob die Kuchenplatte oder der Teller oder das Abkühlgitter überhaupt in euren Kühlschrank passt!) – zumindest solange ihr im Frühjahr/Sommer/Herbst agieren wollt (…und auch im Winter – abhängig von eurem Wohnort!). Wenn es draußen kalt genug ist (wirklich kalt, zum Erfrieren kalt), könnt ihr eure Kuchenplatte einfach nach draußen stellen (Terrasse, Balkon oder was-auch-immer) & mit einem Mücken/Wespen/Fliegen-Schirm abdecken.
    Wenn diese Randbedingungen positiv geklärt sind, kann das Verzierungsabenteur starten: ihr könnt es wie ich machen & einfach die Kekse eintunken… oder ihr kippt flüssige Schokolade über den Kuchen… oder ihr könnt euch an einen Spritzbeutel heranwagen, was besser für Schlagsahne, Buttercreme, Cream Cheese-Mischungen oder was-auch-immer passt. Mit dem Spritzbeutel braucht ihr aber etwas Erfahrung…
    Also: denkt 2 × darüber nach, ob es wirklich notwendig ist, einen Schokoladenüberzug oder etwas Ähnliches zu machen & ob ihr es wirklich wollt…

 

Die Businesswoman mit zu vielen Arbeitsstunden denkt sich so

Alles verstanden: je mehr ich den Prozess verschlanke & je mehr ich vorbereiten kann, desto leichter wird die Shortbread-Cookie-Produktion!

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