marrakesch – das leben & alles übrige!

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Marrakesh – einer der mythischen Orte der Welt? Für mich: JA! – eine geheimnisvolle, aufregende Stadt, die neugierig macht, eine “uralte” Quelle religiöser Macht, die einst bis nach Südspanien reichte, ein Handelsimperium, das die Reiter & Krieger der Sahara mit Europa & dem Nahen Osten verband – und natürlich das berühmte Hippie-Paradies der 70er Jahre, das in den 80er & 90er Jahren zur berüchtigten, kosmopolitischen Party-Meile wurde… bis heute…

 
 

Vorletzte Woche haben meine bessere Hälfte & ich einen Trip nach Marrakesch unternommen. Als ich jetzt so in Gedanken alles Revue passieren liess… da gibt es schon eine Menge zu berichten… also habe ich 2 Beiträge eingeplant:

  • einmal dreht sich alles um Altertümer & Kunst…
  • …& jetzt noch ein paar Gedanken “zum Leben & allem übrigen” (lies jetzt & hier & gleich weiter!)

 

Unsere verlässlichen Reisebegleiter*:

 

…wir sind wieder auf dem Djeema-el-Fna-Platz!
Es ist der gleiche Platz, nur ein anderer Blickwinkel. Fällt euch auch dieses “Meer von Satellitenschüsseln” auf? …was irgendwie für die heutige Medina charakteristisch zu sein scheint. (Ich glaube, es gibt in der Medina kein Haus ohne Satellitenschüssel!)

Je später der Tag, desto voller wird der Djeema-el-Fna-Platz – speziell ab Spätnachmittag öffnen immer mehr Stände mit “Fast Food” auf marokkanische Art & gleichzeitig nimmt die Zahl der Gaukler & Musikanten zu, die sich in der Menschenmenge mit Schlangen, Feuer- & Schwertschlucken, kleinen Äffchen umtun… Irgendwie erinnerte mich dieser Marktplatz an eines dieser gekünstelten, mittelalterlichen Volksfeste aus einem Hollywood-Historienschinken in B-Qualität – das ist nicht meine Welt!

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Was ist eigentlich die Medina?

Die Medina ist das Herz von Marrakesch – war es schon immer, ist historisch (man kann sie auch “Altstadt” nennen)… & der Djeema-el-Fna-Platz ist das Herz der Medina.

Die Medina ist immer noch von ausgedehnten Festungsmauern/-anlagen umgeben, die bis heute nicht zerstört wurden. Es gibt daher viele Tore, durch die ihr in die Medina gelangen könnt (…& es ist verdammt wichtig zu wissen, welches Tor eurer Unterkunft am nächsten liegt, wenn ihr euch von einem Taxi zu eurem Riad zurückbringen lasst… mehr darüber später). Die meisten Straßen & Gassen in der Medina sind eng, sehr eng & werden von hohen, ockerfarbenen Hausmauern gesäumt.

In der Medina befindet sich wiederum die Kasbah, ein weiterer Bezirk, der aus dem 11. Jahrhundert stammt & auch von Festungsmauern umgeben ist. Im Herzen der Kasbah liegt der königliche Palast, der – natürlich – auch noch einmal von Festungsmauern umgeben ist… In Marrakesch sind alle diese Wälle & Mauern & Paläste & Festungsanlagen in & um die Medina noch vorhanden. Mit kleinen Einschränkungen – z. B. der königliche Palast – kann man überall herumspazieren & die Relikte der Vergangenheit bewundern.

Ist die Zeit in Marrakesch stehen geblieben? Nein – denkt nur an all die Satellitenschüsseln… und es ist auch schwierig, die vielen Motorräder zu ignorieren, die durch jede Gasse rasen… und ihr werdet auch bemerken, dass fast alle, die unterwegs sind, neben einem Gemüsestand sitzen, in einem Café sitzen… immer wieder auf das Display ihres Smartphones schauen…

Meine bessere Hälfte & ich hatten ein Zimmer in einem Riad gebucht. Ein Riad ist eines der größeren (früher: herrschaftlichen) Häuser mit Innenhof, die inzwischen in ein Hotel umgewandelt wurden – es gibt ein paar hundert Riads in Marrakesch’s Medina. Unser Riad hatte ein Auto zum Flughafen geschickt, um uns abzuholen – glücklicherweise… So landeten wir schließlich am Anfang einer schmalen Gasse (zu schmal für ein Auto!)… und fanden dann etwa 50 m weiter das Eingangstor…

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…einmal eingetreten eröffnete sich uns im Riad eine andere Welt!

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Der Riad hat nur 7 Zimmer, die um den Innenhof herum liegen. Der traditionelle Springbrunnen ist durch einen großen Olivenbaum ersetzt worden. Wir waren über die Stille im Riad überrascht: nur das Plätschern des Pools & das Zirpen der Vögel in den Palmen waren zu hören.

(Natürlich: in der Medina erklingt jeden Morgen vor Tagesanbruch der Muezzin-Ruf – verstärkt durch Lautsprecher…)

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Der Innenhof dient als Frühtücksraum am Morgen unter dem blauen Himmel & als Platz fürs Abendessen unter den funkelnden Sternen. (Es gibt natürlich auch noch geschlossene Räume mit Kamin, wenn es morgens oder abends zu schattig wird…)

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Wir liebten es, nach einem langen Tag, an dem wir durch die Medina gelaufen sind, in unseren Riad zurückzukehren, um auf einem der Balkone oder dem Dachgarten mit einem Glas marokkanischem Rotwein zu entspannen. (Ja: im Riad gibt es Wein!)

 

Im südlichen Teil der Medina in der Nähe der Kasbah & des königlichen Palastes gibt es offene Plätze & breite Strassen, um den Verkehr zu steuern – speziell den Zustrom zum Djeema-el-Fna-Platz aus dem Süden…

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…religiöse Umzüge zu veranstalten…

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…rund um die Moschee al-Mansur (Kasbah-Moschee)…

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Während der südliche Teil der Medina recht großzügig ist & dem “Rest” von Marrakech gleicht, findet ihr einen wahren Irrgarten von Gassen & Gässchen im Norden, im Osten & im Westen … rund um den Djeema-el-Fna-Platz. Der “Rest” von Marrakesch ist eine moderne Großstadt – ich spreche hier von Stadtteilen wie “Nouvelle Ville” etc., die modernen südeuropäischen Städten gleichen: Einkaufsstraßen, glitzernde Hotelfassaden, 4-spurige Kreisverkehre… Wir haben nur einen kurzen Ausflug in diesen Teil von Marrakesch gemacht, der um einiges größer ist als die Medina, als wir Le Jardin Majorelle – YSL’s Vermächtnis – besuchten.

Kommen wir zurück zum “Irrgarten” in der Medina & dem Verkehr!

Typisch für einen Nachmittag auf dem Djeema-el-Fna-Platz: viele Verlaufsstände, viele Einheimische & Touristen, viele gelbe Taxis, viele Motorräder & Fahrräder, marokkanische “Tuk-Tuks”, Eselskarren, farbenprächtige Pferdekutschen… Ihr könnt sicher sein, dass es auch in jeder Gasse in der Medina von Taxis (wenn breit genug!) & Motorrädern (ich schätze pro Auto gibt es mindestens 10 Motorräder!) nur so wimmelt – oft ein riskantes Abenteuer!

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Bevor wir jetzt in die “Gassenwelt” eintauchen, kurz ein paar Hinweise zu Taxis. Ganz allgemein: Taxis sind billig (verglichen mit deutschen Preisen!)… aber alle Taxifaher versuchen natürlich, sich zu optimieren (sagen wir es mal so!). Natürlich haben alle Taxis ein Taxameter, aber sie scheinen dummerweise nie zu funktionieren… niemals! Also haben wir – mit Hilfe unserer “Reisebegleiter” & des freundlichen Hotelpersonals gelernt, wie man Taxifahrer managt:

  • Immer ein vorbeifahrendes Taxi am Strassenrand heranwinken – niemals zu einem Taxistand gehen (immer teurer!).
  • Immer zuerst den Preis festlegen, bevor ihr einsteigt: es sind immer 20 dirham innerhalb der Medina & 30 dirham, wenn ihr die Medina verlassen wollt (z. B. nach “Nouvelle Ville” oder so).
  • Der Festpreis ist immer incl. Trinkgeld.

Es gibt hunderte Riad in der Medina: kein Taxifahrer kennt sie alle… oder auch nur einige davon… Wenn ihr zu eurem Riad zurückfahren möchtet, müsst ihr das nächstgelegene Tor vom Festungswall nennen. Der Taxifahrer bringt euch dann zu diesem Tor & fährt so weit in die Medina hinein, wie in den engen Gassen möglich – was für uns bedeutete, dass wir noch ca. 10 min zu Fuß laufen mussten: kein Problem.

 

Ich habe versucht, ein paar Eindrücke aus den Gassen & Gässchen festzuhalten, in den wir herumspazierten. Achtung: diese Fotos wurden bei Tageslicht gemacht – wenn es dunkel ist, verschwinden die Geschäfte hinter langen & breiten Jalousien, die Veraufsstände werden abgebaut & nichts bleibt… außer ockerfarbene Hausmauern mit Garagentoren & Haustüren (alles ist zu!). Es wird richtig schwierig, sich zu orientieren, den alle Gassen sehen jetzt irgendwie gleich aus…

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… & dann sind da die Suqs (aka Suks)!

Die Suqs erstrecken sich vom Djeema-el-Fna-Platz aus vor allem nach Norden. Es gibt Suqs der Teppichknüpfer & -händler, der Kupferschmiede, der Gerber & Färber etc. Die Suqs sind berühmt für ihre Vielfalt, das Handeln & Feilschen, das Gemenge von Ortsansässigen & Touristen… Ihr könnt hier in Zeit & Raum verloren gehen – speziell auch deshalb, weil (auch) die Suqs irgendwie an jeder Ecke gleich wirken: keine Panik! Einfach immer weiter bummeln & irgendwann gelangt ihr wieder zum Djeema-el-Fna-Platz oder zur Medersa Ben Youssef im Norden oder… Man kann nicht wirklich verloren gehen!

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Übrigens: habe ich schon erwähnt, dass Französisch die 2. Sprache in Marrakesch bzw. Marokko ist? Bereitet euch darauf vor, dass die Speisekarte immer in Französisch ist (& nur ganz selten eine englische Übersetzung hat).

Ab & zu haben wir auch mal eine Pause gemacht: die Cafés sind hervorragend – wenn es euch gelingt einen Platz in der 1. Reihe auf der “Terrasse Panoramique” zu ergattern: um so besser! Einfach Minztee bestellen (wirklich erfrischend!), die Beine ausstrecken und die Menge & das bunte Treiben beobachten… (Verwechselt nur nicht marokkanischen Minztee (frische Minzeblätter in heißem Wasser!) mit den bei uns bekannten Pfefferminzteebeuteln…).

Genauso erfrischend ist ein Glas frisch gepresster Orangensaft – es gibt viele Stände auf Djeema-el-Fna-Platz & in den Suqs, die sofort ein Glas Saft produzieren…

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Marrakesch & Gewürze: hier dreht sich alles um Gewürze (& den Gewürzhandel) – schon immer! In der Medina gibt es unzählige Verkaufsstände & Geschäfte, die Gewürze & Kräuter (& vor allem auch frische Minzeblätter!) & Nüsse & getrocknete Früchte… anbieten.

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Was haben wir so gegessen?

Da ist natürlich einmal das französische Erbe, d. h. es gibt überall in der Medina erstklassiges Baguette, frische Croissants, leckeres “pain de chocolate”… Dazu kommt das traditionelle marokkanische Brot (kleine runde Fladenbrote), die zu jeder Mahlzeit serviert werden.

Die Tajine ist ein Hauptgericht? ein Kochtopf? eine ganze Mahlzeit?…

Es ist ein tiefer, tönerner Teller mit einem kegelförmigen Deckel. Fleisch & Gewürze & Kräuter & Gemüse (optional) wird in die Tajine gepackt, zugedeckt & dann wird die Tajine auf glühende Holzkohle gesetzt & alles kann für ein paar Stunden garen: das ist die Theorie & der klassische Ansatz (ich bin nicht sicher, ob das in jedem marokkanischem Café oder Restaurant heute noch so gemacht wird – die Tajine kann auch auf eine Herdplatte gestellt werden!).

Das Ergebnis ist lecker:

  • Hühnchen mit Zitrone
  • Rindfleisch mit Oliven & getrockneten Pflaumen
  • eine Scheibe Rinderbrust versteckt unter einem Berg Kartoffeln & Möhren
  • Kefta (aka Fleischbällchen) mit Tomaten in einer scharfen Sauce mit einem Spiegelei obendrauf

Tajine ist immer so etwas wie ein – mehr oder weniger – scharfes geschmortes Fleischgericht, zu dem marokkanisches Fladenbrot gereicht wird. Es ist nicht wirklich eine große Mahlzeit: Tajine wird immer serviert – vom späten Vormittag bis Mitternacht. Aber Vorsicht: ein Tajine-Gericht ist immer sehr heiß – brodelnd, blubbernd heiß! (Das Spiegelei zu den Kefta wird in der Tajine zubereitet: kurz bevor die Tajine serviert wird, wird erst das Ei aufgeschlagen & Deckel drauf!)

Unser Riad bot ein 3-gängiges Abendessen an, das wir uns ein paar Mal gegönnt haben. Mir hat vor allem das Dessert gefallen (immer aus der französischen Küche).

Dies farbige Tajine haben wir als Erinnerung mitgebracht. (Ich glaube nicht, dass wir sie jemals benutzen werden, um ein Tajine-Gerichte zuzubereiten… wir haben auch keinen Holzkohle-Grill!)

 

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Also…

Marrakesch ist eine sehr moderne Stadt mit einer großartigen & ausgedehnten Altstadt – eine lebendige Altstadt (aka nicht nur hübsch restaurierte (historische) Gebäude & pittoreske Gassen & viele Kunstgewerbe-Lädchen, sondern immer noch der Wohnort für viele tausend Menschen). Wenn man durch die Straßen der Medina streift, könnte man fast glauben, die Zeit sei um 50 Jahre (oder mehr) zurückgedreht worden… wenn es nicht die allgegenwärtigen Motorräder & Smartphones & Satellitenschüsseln gäbe…

Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, uns in diese Welt zu stürzen & alles aufzunehmen & eine Welt zu erleben, die immer etwas fremd, aber auch etwas vertraut scheint.

 

…& noch einmal unsere verlässlichen Reisebegleiter!*

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