grünkohl – diesmal traditionell (also: einfach gekocht!)

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Es ist in Mode gekommen, Grünkohl roh zu essen, aber wir wollen hier einmal eine klassisch gekochte Version vorstellen!

 
Grünkohl ist ein typisches Wintergemüse – ich erinnere mich daran, dass es in meiner Kindheit immer mal wieder Grünkohl gab, auch wenn meine Mutter vom “Grünkohl-Putzen” nicht so begeistert war. Ich erinnere mich auch daran, dass Grünkohl immer mit fettigem Bauchspeck und/oder etwas weniger fettigen Mettwürstchen gekocht & mit Bratkartoffeln mit Speck serviert wurde.

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Für’s Protokoll:
Bekannt ist vor allem der norddeutsche “Kohl mit Pinkel”: Pinkel ist eine spezielle “Mettwurst” mit einem sehr speziellen Aroma (manchmal als “gewöhnungsbedürftig”, “streng”… beschrieben) – ich habe es nie probiert!

Also: woran erinnere ich mich? Der Grünkohleintopf meiner Kindheit war immer ziemlich fettig – eine richtige Kalorienbombe! Daher habe ich später in meinem eigenen Küchenparadies lange Jahre hindurch immer einen Bogen um Grünkohl gemacht… Speziell wenn die inzwischen verstorbene Mutter meines Ex-… uns mit hausgemachtem Grünkohl versorgte, dachte ich nur “Hilfe!”. Sie argumentierte, dass jedes Wintergemüse – immer – ordentlich Fleisch & Fett braucht, damit es überhaupt schmeckt – nein: ich wollte das so nicht akzeptieren!

Schließlich überredete mich mein Ex-…, der zwar Grünkohl mochte, aber inzwischen auch nicht mehr soviel Fett konsumieren wollte, eine Versuchsreihe zu starten, um einen einfachen, schmackhaften, “mageren” Grünkohleintopf zu kreieren… voilà: hier ist der Sieger!

Wir fangen damit an, dass wir Grünkohlblätter kleinschneiden: man nehme eine gute Handvoll Grünkohlblätter & schneide sie in ca. 1 cm breite Streifen. Dann drehen wir das Schneidebrett um 90 Grad & schneiden noch einmal ca. 1 cm breite Streifen: das reicht! Die Stücke müssen nicht gleichmäßig sein & sie sollten auch nicht zu klein werden!

Achtung:

  • Den Grünkohl vor dem Waschen schneiden!
  • Nur sehr dicke Stiele herausschneiden!
  • Natürlich alle welken Blätter entfernen – wenn es welche gibt (normalerweise gibt es keine!).
  • Keine Angst vor dem Riesenberg geschnippeltem Grünkohl!

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Der geschnippelte Grünkohl wird in das mit kaltem Wasser gefüllte Spülbecken gekippt & sorgfältig gewaschen, denn manchmal ist er sandig. Der Grünkohl kommt dann in einen Topf (ca. 3.000 ml Fassungsvermögen) mit viel Wasser & wird gekocht. Nach 2-3 min kann das Wasser abgeschüttet werden; danach wird etwa 1 cm Wasser in den Topf gefüllt, bevor der Grünkohl weitermachen darf.

Jetzt werden die Mettwürstchen in Scheiben von ca. 0,5 cm Dicke geschnitten.

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Die Wurstscheiben werden zum Grünkohl gegeben & alles wird umgerührt.

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Der Kochtopf nun wird nun endlich verschlossen. so dass der Kohl etwa 30 min vor sich hin köcheln kann. Einmal probieren:

  • Wenn es für euch weich genug ist, dann ist es das!
  • Wenn ihr denkt, es ist noch ein wenig zu hart, dann lasst es noch einmal 5-10 min köcheln!

…voilà: der Grünkohl ist fertig (& er ist nicht fettig…)!

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Grünkohl – diesmal traditionell (also: einfach gekocht!)

Prep Time: 30 minutes

Cook Time: 45 minutes

Servings: 2

Grünkohl – diesmal traditionell (also: einfach gekocht!)

Es ist in Mode gekommen, Grünkohl roh zu essen, aber wir wollen hier einmal eine klassisch gekochte Version vorstellen!

Ingredients

  • 500 gr Grünkohl
  • 2 Mettwürstchen (ca. 200-250 gr)
  • Salz & Pfeffer

How to...

  1. Den Grünkohl putzen & dicke Stiele entfernen.
  2. Welke Blätter wegwerfen.
  3. Die Blätter in ca. 1 cm dicke Streifen schneiden & danach noch einmal - um 90 Grad gedreht - schneiden.
  4. Den Grünkohl im gefüllten Spülbecken waschen.
  5. Den Grünkohl in einem Kochtopf (ca. 3 l Fassungsvermögen) mit viel Wasser aufsetzen & für 2-3 min kochen.
  6. Das Wasser abschütten.
  7. Etwa 1 cm Wasser in den Kochtopf füllen & den Grünkohl weitermachen lassen.
  8. Salz & Pfeffer hinzugeben - nicht geizen!
  9. Die Mettwürstchen in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden.
  10. Die Wurstscheiben zum Grünkohl geben & alles umrühren.
  11. Den Kochtopf verschließen & den Eintopf für ca. 30 min köcheln lassen.
  12. Einmal probieren: Wenn der Grünkohl zart genug ist, dann servieren! Wenn nicht: dann noch einmal 5-10 min köcheln lassen.

Notes

Es ist nicht unbedingt notwendig, das initiale Kochwasser nach 2-3 min abzuschütten. Man kann auch sofort mit nur ca. 1 cm Wasser im Kochtopf starten.

Also entsprechend gilt: "Cook Time" ist entweder 30 min (Minimum) oder 45 min (Maximum).

Wenn der Grünkohl vor sich hin köchelt, sollte die Wassermenge kontrolliert werden. Wenn das Wasser verdampft sein sollte (passiert selten!), etwas Wasser nachschütten: Grünkohl muss saftig sein!

Der Grünkohl kann sofort serviert werden, aber man kann ihn auch für einige Stunden oder bis zum nächsten Tag aufbewahren & erneut erhitzen.

https://thebusinesswomanskitchen.de/gruenkohl-diesmal-traditionell-also-einfach-gekocht/

 

Grünkohl & Fett: es ist immer eine Gratwanderung, das Gleichgewicht zwischen zuviel Fett & zuwenig Geschmack zu treffen. Meine Lösung, nur Mettwürstchen hinzuzugeben, reduziert den Fettanteil erheblich, wobei das Mettwurstaroma die Chance bekommt, sich im ganzen Grünkohl zu verteilen – deshalb schneide ich die Mettwürstchen auch in dünne Scheiben.
…und es ist auch wichtig, genug Salz & Pfeffer hinzuzugeben!

Wenn ich Grünkohl einkaufe, finde ich in der Obst- & Gemüseabteilung im Supermarkt meines Vertrauens i. d. R. abgepackten Grünkohl in Paketen von 1.000 gr. Manchmal sind es Grünkohlblätter, die gebündelt wurden, manchmal ist der Grünkohl schon geschnippelt – und wenn es ab & zu “ganzen Grünkohl” gibt, d. h. mit dicken Stamm & Wurzelresten, haben wir immer mehr als 1.000 gr. Für das Rezept brauche ich gerade mal 500 gr, was für 2 Portionen schon großzügig ist. Was machen wir also mit dem Rest?

  • Man kann natürlich noch 2 Freunde zum Grünkohlessen einladen – und sollte dann aber nicht vergessen, die Anzahl Mettwürsten zu verdoppeln!
  • Man kann Grünkohl einfrieren:
    Der gesamte Grünkohl muss geputzt & geschnippelt & gewaschen werden – dann wird die Hälfte eingefroren.
    Wenn ihr den eingefrorenen Grünkohl später verarbeiten wollt, gebt alles einfach in den Kochtopf & lasst es kochen.

Ich rate davon ab, Grünkohlblätter als ganzes einzufrieren (ohne das Putzen, Schnippeln & Waschen) – nicht nur weil es eine Menge Platz im Gefrierschrank braucht.

Sorry, aber ich habe keine Erfahrungen mit dem Einfrieren von fertigem Grünkohleintopf – es bleibt niemals etwas übrig, dass eingefroren werden könnte.

Wenn einmal keine Mettwürstchen vorhanden sein sollten – was in Deutschland unwahrscheinlich ist – kann stattdessen auch Schinkenspeck genutzt werden.

 

Die Businesswoman mit zu vielen Arbeitsstunden senkt sich 

Es ist einfach, aber fettig – ha! Zumindest ein wenig fettig…
Einerseits ist die Zubereitung leicht: man muss sich nicht intensiv um den Grünkohl kümmern, wenn er erst einmal vor sich köchelt… Ich kann mir schon einen Topf mit Grünkohl auf einer Warmhalteplatte vorstellen – als Teil eines “ländlichen” Buffets! (Es zeigt, dass man trotz Raffinesse “auf-dem-Boden” geblieben ist.)

 

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